"Die Wiener Polizei hat ein Rassismus-Problem"

veröffentlicht am 21. Oktober 2020

Vom 19. - 25. Oktober 2020 organisiert die Wiener Migrantifa gemeinsam mit Schwarze Geschwister eine Aktionswoche, um auf die immer häufigeren rassistischen Polizeikontrollen und Polizeigewalt in Wien aufmerksam zu machen.

Geplant sind u.a. eine Eröffnungskundgebung mit offener Bühne, Rechtshilfeworkshops, Platzeinnahmen uvm.

"Kommt mit, seid dabei und seid mit uns laut wenn wir sagen:
DIE WIENER POLIZEI HAT EIN RASSISMUS-PROBLEM!"

#migrantifajetzt #gemeinsamgegenRepression #1312

Start-Kundgebung ist am Dienstag, 20. Oktober ab 17 Uhr am Donaukanal zwischen Flex und Augartenbrücke direkt vor den Stiegen, ca. 5 Minuten zu Fuß von der Station Schottenring (U-Bahn und Straßenbahn).

Ein weiterer Schauplatz mit Rassismus-Problem

Dass nicht nur die Wiener Polizei ein Rassismus-Problem hat, sonder der strukturell verankerte Rassismus quer durch sogenannte Sicherheitsorgane zu finden ist, beweist ein Vorfall am 17. Oktober in der Wiener U-Bahn:

Nur zwei Tage vor Beginn der Aktionswoche wurde ein Schwarzer Mann mehr als 6 Minuten von Securities der Wiener Linien am Boden fixiert. Die offizielle Rechtfertigung lautet: Er sei mehrmals darauf hingewiesen worden, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen oder den U-Bahn-Bereich zu verlassen. Und weil er dieen Aufforderungen nicht Folge leistete, wurde er von den Securities zu Boden gerissen und minutenlang am Boden fixiert, dabei sein Kopf mehrmals brutal auf den Boden gedrückt (mehr dazu hier). Die Migrantifa Wien schreibt dazu auf ihrer Facebook-Seite:

"Wir fordern die SOFORTIGE Entlassung dieser Mitarbeiter*innen! Schmeißt diese Personen raus!!
Rassistische Gewalt hat System und muss aufgezeigt werden! Zusammen laut gegen Rassismus!"

Nein zu strukturellem Rassismus - egal ob bei der Wiener Polizei oder bei anderen öffentlichen Einrichtungen!

Gegen Polizeigewalt anderswo:

Nicht Teil, aber während der Aktionswoche und passend zum Thema findet am 21. Oktober eine Kundgebung gegen Polizeibrutalität in Nigeria statt. Hier der Aufruf aus einer Aussendung:

#EndPoliceBrutality - Kundgebung in Wien

"Für Mittwoch, 21. Oktober, um 14:00 Uhr organisieren nigerianische Aktivist*innen in Wien eine Kundgebung am Schwarzenbergplatz in Sichtweite der nigerianischen Botschaft.

Es geht um Solidarität mit der erstarkenden Protestbewegung v.a. junger Menschen in Nigeria gegen Polizeigewalt und Polizeiwillkür, wie sie vor allem von Polizeisondereinheiten systematisch verübt wird.

Kommt in schwarzer Kleidung und mit Mund-Nasen-Schutz!

Der Protest richtete sich anfangs gegen exzessive Polizeigewalt gegen friedliche Demonstrierende, inzwischen gegen die nigerianische Regierung, für Gerechtigkeit und für eine sozialere Zukunft."

Das Programm der Aktionswoche

Auf ihrer Facebook Seite schreibt die Migrantifa:

"Wir freuen uns auf spannende Redebeiträge und Workshops zum Thema rassistische Polizeikontrollen und Polizeigewalt sowie auf den Austausch bei Musik und Çay.

Kommt vorbei, sagt es weiter und ganz wichtig: achtet aufeinander!

Kommt bitte alle mit MNS und haltet Abstand. Bei den Veranstaltungen wird es zusätzlich Desinfektionsmittel und MNS von uns geben!

Falls ihr Interesse, Ideen oder Vorschläge habt, einen Redebeitrag halten möchtet oder Aktionen plant, gebt uns gerne Bescheid und wir finden einen Termin!
Werdet aktiv! Lasst uns laut sein!

Alerta, ajde, hadi, yallah und bijî Migrantifa"

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