Keine Bühne für Täter!

veröffentlicht am 2. Juni 2025

Am Mittwoch, den 04.06.25 wird die Band "Feine Sahne Fischfilet" ein Open Air Konzert in der Arena spielen. Die Show ist ausverkauft.

Im Jahr 2022 wurden erstmals Vorwürfe der sexualisierten Gewalt und des Machtmissbrauchs gegen den Frontsänger der Band namens Jan Garkow ("Monchi") öffentlich.

Wir können bei bestem Willen nicht verstehen, wie eine linke Eventlocation, mit der auch wir in der Vergangenheit zusammengearbeitet haben, einer Männer-Band, die sich niemals ernsthaft mit diesen Vorwürfen auseinandergesetzt hat und stattdessen Betroffene mit juristischen Schritten eingeschüchtert und zum Schweigen gebracht hat, eine Bühne bieten kann. "Feine Sahne Fischfilet" ganz nach dem ehrenwerten Motto: "Niemand muss Bulle sein, aber wir verklagen euch, wenn ihr uns nicht passt". Und diese Haltung von einer Band, die sich explizit als antifaschistisch bezeichnet und von diesem Image massiv profitiert (hat), wie auch das ausverkaufte Konzert zeigt.

Als Linke und Feminist*innen sollte uns doch mittlerweile bewusst sein, dass sexistische Strukturen und Machtdynamiken sich quer durch die Gesellschaft und unsere Freund*innenkreise ziehen und auch vor einer Linken nicht Halt machen.
Wir sollten immer zuerst den Betroffenen glauben, die oft große innere und äußere Hürden überwinden müssen, um ihre Vorwürfe öffentlich zu machen. Denn wie oft wird sexualisierte Gewalt im Verhältnis dazu, wie oft sie passiert, angezeigt ? Wie oft gibt es "handfeste" Beweise, die vor Gericht zu einer Entscheidung zugunsten der Betroffenen führen?

Wir sind wütend über die Zustände in einer Linken, die Tätern so viel Platz einräumt und diese zu allem Übel auch noch feiert.

Wir fordern die Arena zu einer Absage des Konzerts sowie einer Stellungnahme und der Hinterfragung der eigenen Strukturen auf, die einem Täter und seinen Unterstützer*innen vollkommen unkritisch eine Bühne bieten.

Wir fordern alle Inhaber*innen von Tickets für das Konzert in jedem Fall dazu auf, nicht hinzugehen und sich mit den Vorwürfen gegen die Band eingehend zu beschäftigen.

Außerdem fordern wir:
Schluss mit dem Mackertum und dessen innerlinker Akzeptanz und Verherrlichung!
Keine Bühne DEM Täter! Uneingeschränkte Solidarität mit den Betroffenen von sexueller Gewalt!

Kampf dem Patriarchat!

- Gruppe für organisierten Antifaschismus -

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