Luzern: Solidarische Prozessbegleitung für Anti-Abschiebe-Aktivist*innen

veröffentlicht am 4. Februar 2021

In Luzern standen vergangene Woche neun Menschen vor Gericht, die 2019 eine Ausschaffung blockieren wollten. Zur Prozessbegleitung fand eine Solidaritätskundgebung statt.

A.D. erfuhr eine Doppelstrafe, wie sie nur für Nicht-Schweizer*innen vorgesehen ist. Die Luzerner Behörden hatten die Aufenthaltsbewilligung des dreifachen Vaters, der 2010 als Familiennachzug in die Schweiz kam, nicht verlängert, nachdem er für Drogendelikte verurteilt worden war. Viele Menschen akzeptierten das nicht. Eine Petition sammelte 600 Unterschriften für das Bleiberecht der betroffenen Person und ein politischer Vorstoss führte zur Behandlung des Falls im Kantonsrat. Am Tag der Ausschaffung nach Nigeria nahmen mehr als 20 Aktivist*innen an einer Protestkundgebung vor dem Gebäude der Luzerner Polizei teil, was die Fahrt zum Flughafen um zehn Minuten verzögerte. Etwas Sand im Getriebe der Abschiebemaschinerie. Dafür wurden anschliessend neun Menschen wegen Nötigung angeklagt. Die Urteile werden in der kommenden Woche erwartet. An der prozessbegleitenden Kundgebung nahmen etwa 50 Personen teil.

Foto: Mit einem Transparent wurde der Polizeiwagen 2019 am Weiterfahren gehindert.

Ausschnitt aus der Antira-Wochenschau (KW 4)

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