Nazi-Lokale aus der Deckung holen!
Weinbar Vino, Centimeter & Co
Am 6.11. soll in der Weinbar Vino in der Lichtenfelsgasse 3 im 1. Bezirk ein Nazi-Treffen der IB-Tarngruppe "Aktion 451" stattfinden. Dies wollen wir zum Anlass nehmen, das Lokal und dessen Betreiber Heinz Pollischansky näher zu beleuchten.
Die „Centimeter-Familie“
Die Weinbar Vino wird von der HCH Restaurantbetrieb GmbH betrieben, deren Geschäftsführer Heinz Pollischansky ist. Schwesterlokale desselben Betreibers sind die Restaurantkette Centimeter, das Falco’s, die ehemalige Stiegl Ambulanz und das ehem. Laa Restaurant & Bar. Diese Lokale sind in der Vergangenheit immer wieder als Treffpunkte von Neonazis genutzt worden und deshalb bekannt geworden.
Neonazis und FPÖ in der Stiegl Ambulanz
2016 saß der bekannte Neonazi Gottfried Küssel gerade eine Haftstrafe wegen Wiederbetätigung ab. Während eines Haftausgangs besuchte er die Stiegl Ambulanz im Alten AKH. Gemeinsam mit den Neonazis Paul Blang, Thomas Cibulka und weiteren schaute er dort ein Spiel der Fußball-EM der Männer. Die Neonazis wählten das Lokal nicht zufällig: Pollischanskys Unterstützung von und seine ideologische Übereinstimmung mit rechtsextremen Inhalten bietet ihnen einen sicheren Raum für Austausch und Vernetzung. Bereits 2011 fiel das Lokal durch rassistische Äußerungen des Personals auf, wie der STANDARD berichtete.
Pollischanskys politische Ausrichtung wird auch durch die Veranstaltungen in seinen Lokalen ersichtlich. So feierte die FPÖ ihre offizielle Wahlparty nach der Nationalratswahl 2024 in der Stiegl Ambulanz. Mit dabei waren Neonazis der "Identitären", Coronaleugner sowie der Rechtsextremist Martin Rutter.
Nachdem die Stiegl Ambulanz aufgrund fehlender Baugenehmigung in Kritik geriet, zog sich Pollischansky von diesem Projekt zurück.
Neonazi-Treffen im Centimeter-Keller
Im Jahr 2023 fand im Keller des Centimeter-Lokals in der Währingerstraße 1 der sogenannte „1. Gerd Honsik-Europakongress“ statt. Gerd Hosnik ist ein 2018 verstorbener Holocaustleugner. Organisiert wurde das Treffen von der neonazistischen Partei "Der III. Weg" und österreichischen Neonazis rund um Gottfried Küssel. Im Lokal von Pollischansky fand damit ein Vernetzungstreffen der internationalen Neonaziszene statt.
Das Centimeter ist seit Jahren als Treffpunkt der extremen Rechten bekannt. Nachdem 2017 ein Fackelzug der "Identitären" am Kahlenberg erfolgreich durch Gegenproteste blockiert wurde und kein Lokal am Cobenzl bereit war, die Neonazis zu bewirten, mussten sie in das Centimeter ausweichen, das damals bereits ein "Identitären"-Stammlokal war.
Räumliche Infrastruktur für Neonazis
2015 versuchte sich Heinz Pollischansky kurz selbst in der Politik und gründete die Liste „Wir wollen Wahlfreiheit“ (WWW) für die Gemeinderatswahl in Wien. Unterstützung bekam er dabei von BZÖ-Landesparteiobmann Dietmar Schwingenschrot und vom Team Stronach. Hauptanliegen war es, das Rauchverbot in Lokalen zu stoppen. Außerdem vertrat die Liste klar rassistische Positionen beim Thema Asylpolitik.
Am 6. November findet nun in der Weinbar Vino, einem weiteren von Pollischansky geführten Lokal, ein offenes Treffen der "IBÖ"-Tarngruppe "Aktion 451" statt. Damit wird einmal mehr ein Lokal des Wiener Unternehmers Heinz Pollischansky und seiner Ehefrau Carina Pollischansky zum Treffpunkt der extremen Rechten in Wien.
Wir rufen zum Protest gegen das Vernetzungstreffen der "Aktion 451" auf! Kommt am 06.11. zur antifaschistischen Kundgebung in die Lichtenfelsgasse. Lasst uns gemeinsam das Treffen der "Identitären" zum Desaster machen! Kein Fußbreit den Faschisten, nicht an der Uni oder sonstwo. Einfache Wege Pollischansky zu nerven sind auch das Hinterlassen schlechter Bewertungen, reservieren von Tischen, oder Schreiben von Mails. Lasst eurer Kreativität freien Lauf. Nazis bewirten heißt Probleme bekommen!
Hinweis auf die Vorankündigung für die Kundgebung:
https://emrawi.org/?Antifa-Action-Gemeinsam-den-rechtsextremen-Identitaren-das-Treffen-vermiesen-3823
Seit Mai 2025 ist Pollischansky nicht mehr Pächter der Stiegel Ambulanz.