Nehmt ihr uns eine*, antworten wir alle! Keine* einzige weniger!

veröffentlicht am 19. Juli 2021

If you take one*, we all answer!
Not one* less!

Demonstration: Tuesday 20.07.2021, 6‘30PM, at former Karlsplatz
Kundgebung: Dienstag 20.07.2021, 18:00 Uhr, am ehem. Karlsplatz

Letzte Woche mussten wir erneut von einem Feminizid in den Zeitungen lesen. Wir zählen damit bereits den 16. Feminizid, der dieses Jahr in Österreich verübt wurde.

Seit mehr als einem Jahr gehen wir als feministisches Bündnis ‚Claim The Space‘ nach jedem Feminizid auf den ehemaligen Karlsplatz, um den Opfern zu gedenken. Die zentrale Gemeinsamkeit der meisten Morde ist die Tatsache, dass sich Täter und Opfer kannten, oft in einer Beziehung zueinander standen und dass Frauen, Lesben, inter, nichtbinäre, trans und agender Personen (FLINTA) durch Männer ermordet wurden. Die rassistische Instrumentalisierung der Feminizide durch Medien, Parteien oder rechte Gruppen, die wir in den letzten Wochen gesehen haben, verschleiert die patriarchalen Verhältnisse, die diesen Morden zugrundeliegen. Dabei handelt es sich keineswegs um ein ‚importiertes Patriarchat‘ – nicht die Ethnizität oder die Migrationsgeschichte von Tätern und Betroffenen sind das Problem, sondern eine bestimmte Form von Männlichkeit, die FLINTA-Personen abwertet, beherrschen möchte, Gewalt antut.
Gegen jede rassistische Vereinnahmung patriarchaler Gewalt!

Diese patriarchale Gewalt ist in ihren unterschiedlichen Manifestationen fest in der österreichischen bürgerlichen Gesellschaft verankert, wir müssen sie als solche beim Namen nennen, sie ist kein Einzelfall, keine Privatsache, keine Familienangelegenheit, sondern hat System. Die Ausbeutung und Unterdrückung von FLINTA Personen ist fester Bestandteil unserer kapitalistisch-patriarchalen Gesellschaft, ihre Aufrechterhaltung wird durch ebensolche patriarchale Gewalt abgesichert. Feminizide bilden dabei die äußerste Zuspitzung eines Kontinuums von patriarchaler Gewalt, von männlichem Besitzanspruch und Dominanzverhalten.
Diese Männlichkeit sowie den patriarchalen und kapitalistischen Verhältnissen, die sie hervor bringen, müssen wir daher ein Ende setzen, um so auch der Gewalt gegen FLINTAs ein Ende zu setzen und ein gutes Leben für alle zu ermöglichen!

Ni una* menos!
Keine* einzige weniger!
Alerta Feminista!

— -eng.---

If you take one*, we all answer!
Not one* less!

Demonstration: Tuesday 20.07.2021, 6‘30PM, at former Karlsplatz

Last week we had to read again about a feminicide in the newspapers. This is already the 16th feminicide that has been committed in Austria this year.

For more than a year, we as the feminist alliance ’Claim The Space’ have been going to the former Karlsplatz after every feminicide to remember the victims. The central commonality of most murders is the fact that perpetrators and victims knew each other, were often in a relationship, and that women, lesbians, inter, non-binary, trans and agender people (FLINTA) were murdered by men. The racist instrumentalization of the feminicides by the media, political parties, or right-wing groups hides the patriarchal relations that underlie these murders. This is by no means an ’imported patriarchy’ - it is not the ethnicity or the migration history of perpetrators and victims that is the problem, but a certain form of masculinity that devalues FLINTA persons, wants to dominate them, does violence.
Against any racist appropriation of patriarchal violence!
We have to name this violence against FLINTA persons, it is not an individual case, not a private matter, not a family matter, but has a system. The exploitation and oppression of FLINTA persons is an integral part of our capitalist-patriarchal society, its maintenance is secured by just such patriarchal violence. Feminicides are the extreme culmination of a continuum of patriarchal violence, of male possessiveness and dominance behavior.
We have to put an end to this masculinity as well as to the patriarchal and capitalist conditions that produce it, in order to also put an end to violence against FLINTAs and to make a good life possible for all!

Ni una* menos!
Not one* less!
Alerta Feminista!

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