Nehmt ihr uns eine*, antworten wir alle! Keine* einzige* weniger!

veröffentlicht am 26. Oktober 2022

++ Kundgebung: Sonntag, 30.10.2022, 18:00, am ehem. Karlsplatz ++

Bei der letzten Kundgebung am ehem. Karlsplatz wurde das feministische Gedenken durch einen Geistlichen der Karlskirche gestört, welcher versuchte sich des Mikrofons zu bemächtigen. Dieser Fall von männlichen Dominanzverhalten verdeutlicht einmal mehr, wie wichtig es ist, dass wir uns Raum nehmen, laut sind und auf patriarchale Strukturen, Gewalt und Femi(ni)zide aufmerksam machen.

Dazu gehört, um öffentliche Räume zu kämpfen und diese auch zu verteidigen.

Die Aggressivität dieses Vorfalls überraschte uns, doch wir wissen schon lange, dass die katholische Kirche kein treuer Verbündeter im Kampf gegen Gewalt ist. Im Gegenteil: Sie trägt mit ihren patriarchalen Herrschafts- und Denkmustern vielerorts zur (Re-)Produktion von patriarchalen Strukturen bei. Insbesondere die Karlskirche weist enge Verbindungen zum erzkonservativen ’Opus Dei’ auf. Opus Dei ist eine fundamentalistische Organisation die sich u.a. gegen das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche positioniert. Die heterosexuelle Familie als Idealbild muss nach Ansicht von Opus Dei um jeden Preis geschützt werden, jede "Abweichung" von diesem Idealbild wird als Angriff gesehen. Queers und trans Personen kommen in diesem Weltbild nicht vor!

Als autonomer Zusammenschluss Claim the Space haben wir uns vorgenommen patriarchale Gewalt zu politisieren und kollektiv zu bekämpfen! Wir wollen ein Ende von Femi(ni)ziden und all den Strukturen, die sie ermöglichen und reproduzieren. Denn Femi(ni)zide sind Teil eines breiten Kontinuums patriarchaler Gewalt an Frauen, Lesben, inter, nicht-binären, trans und agender Personen (FLINTA). Sie sind die Zuspitzung einer normalisierten Vorstellung von männlicher Dominanz, eines Besitzanspruchs über feminisierte, rassifizierte und ableisierte Körper.

Wir rufen auf, uns am 30. Oktober um 18:00 Uhr am ehem. Karlsplatz zu versammeln, uns Raum zu nehmen und allen FLINTAs (Frauen, Lesben, inter, nichtbinären, trans und agender Personen) zu gedenken! Der Weg ist zäh, doch wir geben nicht auf:
"Ni Une Menos, Vives Nos Queremos" ("Keine* Einzige* Weniger, Wir Wollen Uns Lebend").

Wir lassen uns den öffentlichen Raum nicht nehmen und werden uns weiter versammeln, wie wir es mittlerweile seit über zwei Jahren tun. Wir werden weiter hier stehen, uns gemeinsam und solidarisch gegen patriarchale Gewalt wehren und sie nicht unbeantwortet lassen. Kommt gerne mit Transpis und Tüchern, damit wir den Kundgebungsplatz möglichst sicher gestalten können.

Alle Personen und Gruppen sind eingeladen, spontane Redebeiträge (in allen Sprachen!) oder andere Formen des Gedenkens einzubringen - spontan vor Ort oder nach Absprache via gegenfeminizide1@riseup.net.

Weiterlesen

zum Thema Feminismus:

zum Thema Anti-Sexismus:

zum Thema LGBTIQ - Homophobie:

zum Thema Feminizid / Femizid: