Never trust Vater Staat - Input & Diskussion am 26.6.

veröffentlicht am 15. Juni 2025

Never trust Vater Staat
- Input & Diskussion -

26.06.25 19Uhr EKH

*english below*
In unserer Veranstaltung wollen wir Strategien des Widerstandes gegen das kapitalistische Patriarchat sichtbar machen und den liberalen Feminismus, auch in unseren eigenen feministischen Kreisen kritisieren. Denn die (neo-) liberalen Tendenzen spüren wir nicht nur in der Wirtschaft und Parteipolitik, sondern auch zwischen uns, in unseren Beziehungen, im Alltag, in Konsumhaltung und Analysen. Oft steht da individuelle Freiheit vor gelebter Kollektivität und das Stellen von Forderungen an die staatliche Macht, ohne diese grundlegend anzugreifen. Ein großer Teil der Feminismen, die wir in Deutschland (Berlin) erleben, sind eurozentristisch, sehr weiß und liberal.

Wir wollen diesen liberalen Tendenzen entgegenwirken und uns in revolutionärer Verbundenheit stärken. Wir möchten keinen Feminismus der für Einzelne Aufstiegschancen schafft und sich vor allem auf das Ausleben von individueller Identität bezieht.
Patriarchat, Kapitalismus und Kolonialismus sieht die Körper von FLINTA’s als Schlachtfeld. Die Unterdrückung der Gemeinschaftlichkeit wird auf diesen verhandelt und austariert.
Die Lüge des Kapitalismus vermittelt uns, dass wir unseren Konsum anpassen, uns selbst optimieren und uns so vermeintlich befreien können. Dies zeigt auch ein Vertrauen in den patriarchalen Staat, der uns diktiert, wie wir zu leben haben.
Wir suchen einen Feminismus der Gemeinschaft und Kollektivität, einen Feminismus der Herrschaft angreift und nicht auf den Staat vertraut. Wir wollen uns auf vorkapitalistisches und präkoloniales Wissen beziehen - denn eine andere Welt ist möglich!

Neben einem kurzen Abriss unserer Kritik am liberalen Feminismus wollen wir den Gegenentwurf eines kommunitären Feminismus von Adriana Guzmán Arroyo aus Bolivien vorstellen und im Anschluss daran mit euch u.a. folgende Fragen diskutieren:

• Was verstehen wir unter revolutionärer Verbundenheit und wie können wir sie erreichen?
• Wie können wir der Individualisierung in unserem Alltag entgegenwirken, wie und wo könnte wieder mehr kollektive Verbundenheit entstehen? Welche Orte und Momente gibt es jetzt schon?
• Was heißt Kollektivität und wie wollen wir diese leben?
• Welche Bedeutung spielt „care“ in unseren Kämpfen?
• Welche Selbstverteidigungsstrategien gegen das kapitalistische Patriarchat wollen wir stärken oder noch erlernen?
• Wie könnten Ideen aus einer kommunitär feministischen und antikapitalistischen Praxis vor Ort aussehen?
• Was gibt uns Mut und Hoffnung?

Wir laden euch zu unserem Input und der anschließenden Diskussionsrunde herzlich ein
- zeitlicher Rahmen ca. 2 Stunden auf deutsch und englisch -

Lasst uns gemeinsam austauschen und stärken!

KAF (Kollektiv für Anarchaqueerfeminismus) Berlin

*english*

Never trust in the state
- Input & discussion -
26.06.25 19h EKH

In our event, we want to make strategies of resistance against capitalist patriarchy visible and criticize liberal feminism, also in our own feminist circles. We feel the (neo-)liberal tendencies not only in the economy and party politics, but also between us, in our relationships, in everyday life, in consumerism and analysis. Individual freedom often comes before lived collectivity and making demands on state power without fundamentally attacking it. Much of the feminism we experience in Germany (Berlin) is Eurocentric, very white and liberal.

We want to counteract these liberal tendencies and strengthen ourselves in revolutionary solidarity. We do not want a feminism that creates opportunities for advancement for individuals and is primarily concerned with living out individual identity.
Patriarchy, capitalism and colonialism see FLINTA’s bodies as a battlefield. The oppression of communality is negotiated and balanced on them.
The lie of capitalism tells us that we can adapt our consumption, optimize ourselves and thus supposedly liberate ourselves. This also shows a trust in the patriarchal state, which dictates how we should live.
We are looking for a feminism of community and collectivity, a feminism that attacks domination and does not rely on the state. We want to refer to pre-capitalist and pre-colonial knowledge - because another world is possible!

In addition to a brief outline of our critique of liberal feminism, we want to present the counter-proposal of a communitarian feminism by Adriana Guzmán Arroyo from Bolivia and then discuss the following questions with you, among others:

- What do we mean by revolutionary connection and how can we achieve it?
- How can we counteract the individualization in our everyday lives, how and where could more collective solidarity emerge again? What places and moments already exist?
- What does collectivity mean and how do we want to live it?
- What significance does "care" play in our struggles?
- What self-defense strategies against capitalist patriarchy do we want to strengthen or learn?
- What could ideas from a communitarian feminist and anti-capitalist practice look like here?
- What gives us courage and hope?

We happily invite you to our presentation and the discussion round
- Time frame approx. 2 hours in German and English -

Let’s exchange and strengthen together!

KAF (Collective for anarchaqueerfeminism) Berlin

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