Von Wien bis links vom Inn
Hiermit wollen wir unsere Solidarität mit den von Repression betroffenen Menschen in Innsbruck zum Ausdruck bringen. Da wir wissen wie nachhaltig verstörend eine Kolonne von Kiwara im eigenen zu Hause sein können, wollen wir nicht reißerisch darüber hinwegtäuschen wie stark wir wären, und uns der Knüppel auf den Kopf noch stärken würde. Ebenso bitter ist die schon eingeläutete Bestrafung durch Ermittlung und vielleicht folgenden Prozess. Das alles kann lähmen, und wir werden aus der Ferne alles versuchen um dies nicht geschehen zu lassen.
Die erdrückende radikal-konservative und faschistoide Homogenität in diesem Land wurde an diesem Wahlsonntag wieder in Zahlen manifestiert. Nicht nur , dass die Zahlen auf den Bildschirmen und Zeitungen etwas abstraktes wären, nein, sie bedeuten Geld und Einfluss. Geld für faschistische Strukturen und Einfluss jener, die alles erfüllen was sie andern gerne vorwerfen. Als immer stärker werdender Akteur in diesem Gruselkabinett agiert die Polizei. Wir sehen diese Hausdurchsuchungen als kleines Vorspiel.
Bleibt es bei den bekannten Anschuldigungen, wird klar dass der Paragraph 278 endgültig zu einem reinen Schnüffelparagraphen verkommen ist. Waren vor Jahren noch vor allem migrantisierte und Leute mit Flucht-Erfahrung einer Hyperinflation des Paragraphen ausgesetzt, betrifft es nun auch ein offen radikal politisches Spektrum. Angebliche Farbbeutelwürfe und Rechtshilfe genügen dazu. Wir wollen keine Kritik an der Verschärfung von Paragraphen oder Rechtsverdrehung seitens der Behördern formulieren, dies wäre vergeudete Zeit. Jedoch sehen wir einen Bedarf an die Erinnerung an Sicherheitsvorkehrungen im eigenen Umfeld und der Kommunikation miteinander.
Wir fordern dazu auf selbstorganisierte Rückzugsräume zu schaffen. Orte der Erholung und Achtsamkeit für alle jene die sich zurückziehen müssen, untertauchen müssen, und dies als konsequenten Teil des antagonistischen Handelns sehen. Der Aufbau und Aufrechterhaltung solcher Orte kann vielfältig sein.
An jene die sich noch relativ frei bewegen können, machen wir den Vorschlag es nicht bei einen Farbbeutel pro Feminizid zu belassen. Auch nicht bei Farbbeuteln.
Solidarität ist nicht nur Anteilnahme an der Erschütterung, sondern das Bestreben die Möglichkeiten für Handlungen aufrecht zu halten.
Niemand wird zurück gelassen!