WiderstandsChronologie 23.6.–6.7.2019

veröffentlicht am 8. Juli 2019

Willkommen bei der letzten WiderstandsChronologie vor einer Sommerpause – mit Beiträgen unter anderem über die letzte Donnerstagsdemo vor der Sommerpause, Solidarität mit Carola Rackete und allen Seenotretter*innen, Seebrücken für das Recht auf Flucht sowie über dezentrale Klimastreiks während der Ferien.

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Mit einem Open-Space-Forum im Bruno-Kreisky-Park, bei dem diskutiert wurde, was weiter getan werden könnte, und einer für Donnerstagsdemos verhältnismäßig kleinen Demo mit weniger als 350 Teilnehmer*innen ging auch die Donnerstagsdemo am 27. Juni in die Sommerpause. Oder auch nicht.

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Am 28. Juni demonstrierten rund 340 Menschen beim Schulschlussstreik gegen die Klimakatastrophe in Wien vom Rathaus zum Heldenplatz.

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Am 2. Juli demonstrierten rund 1800 Menschen in Wien für Freiheit für die Kapitänin der Seawatch 3, Carola Rackete, der in Italien bis zu 15 Jahre Haft drohen, nachdem sie gerettete schiffbrüchige Geflüchtete in den sicheren Hafen von Lampedusa gebracht hatte. Außerdem wurde die Entkriminalisierung der Seenotrettung gefordert.

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Am 3. Juli wurde vor dem Ausweichquartier des Parlaments gegen einen Entschließungsantrag von ÖVP und FPÖ protestiert, in dem die Bildungsministerin ersucht wird, „die erforderlichen Schritte einzuleiten, damit eine altersgerechte und weltanschaulich neutrale Sexualerziehung ohne Beiziehung von schulfremden Personen oder Vereinen sondern durch an der Schule wirkenden Pädagoginen und Pädagogen sichergestellt ist.“
Damit werde, so die protestierenden Organisationen und Bündnisse #redmadrüber, #KeinenMillimeter, Frauen*Volksbegehren, Österreichischer Frauenring und Bundesjugendvertretung, eine wichtige Säule der Sexualpädagogik gefährdet, weil damit Vereine und professionelle externe Fachkräfte an Schulen verboten würden. Sie forderten die Beibehaltung und den Ausbau einer qualitätsvollen Sexualpädagogik unter Einbindung von Experten und Expertinnen.
Dennoch: Der Entschließungsantrag von ÖVP und FPÖ wurde mit den Stimmen von ÖVP und FPÖ beschlossen.
Gleichzeitig demonstrierten am 3. Juli Fridays-for-Future-Aktivist*innen ebenfalls am Josefsplatz, um die Nationalratsabgeordneten auf dem Weg zu ihrer Sitzung aufzufordern, den Klimanotstand auszurufen.

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Die Klimakrise kenne weder Ferien noch Bezirksgrenzen, sagt Fridays for Future Wien, und deshalb findet der Wiener #Klimastreik jetzt jeden Freitag in einem anderen Bezirk statt. Am Freitag, den 5. Juli, demonstrierten rund 210 Menschen vom Reumannplatz zum Antonspark in Wien 10.
Der nächste Klimastreik findet am Freitag, dem 12. Juli, von 19 bis 20 Uhr am Yppenplatz in Ottakring statt.

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In 80 Städten in ganz Europa gingen am Samstag, den 6. Juli, solidarische Menschen auf die Straßen, um das #RechtAufFlucht zu verteidigen.
In Wien beteiligten sich nur rund 31 Personen an einem Sit-In am Gehsteig des Burgrings, zu dem die Seebrücke Wien aufgerufen hatte.
Über die Seebrücke gibt es im Anschluss an diese WiderstandsChronologie in Radio Widerhall zu hören.

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Zumindest bis Ende Juli kann noch der Abriss der Nordbahnhalle verhindert werden. Unter dem Titel „SOS Nordbahnhalle“ werden Unterstützungen für den Erhalt dieser Begegnungs- und Veranstaltungshalle im Stadtentwicklungsgebiet auf dem ehemaligen Frachtenbahnhof Wien Nord gesammelt. Mehr Informationen gibt es auf ig-nordbahnhalle.org.

Audiomittschnitte: https://cba.fro.at/417487

Das war die letzte WiderstandsChronologie vor einer Sommerpause.
Auf Wiederhören im September.

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