Widerstandschronologie 28.4.–11.5.2019

veröffentlicht am 28. Mai 2019

Willkommen bei der WiderstandsChronologie

Am 30. April benannten Aktivist_innen einige Wiener Straßen um. Sie ersetzten die ursprünglichen Namen durch die Namen von Schiffen, welche in den letzten Jahren im Einsatz waren, um tausenden Menschen an der europäischen Außengrenze im Mittelmeer das Leben zu retten. Außerdem forderten sie die Wiener Stadtregierung auf, sich aktiv für die zivile Seenotrettung und gegen das Sterben im Mittelmeer einzusetzen.

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Am Fackelzug sozialdemokratischer Jugendorganisationen beteiligten sich am Abend vor dem 1. Mai knapp 2000 Personen.
Mehr waren es dann freilich in Summe bei den verschiedenen Maiaufmärschen und -demonstrationen am 1. Mai.

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20 Jahre, nachdem am 1. Mai 1999 Marcus Omofuma bei seiner Abschiebung von der Polizei getötet worden war, demonstrierten in Wien rund 800 Menschen gegen Abschiebungen und rassistische Polizeigewalt.

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Am 2. Mai war wieder Donnerstag. 2100 bis 2500 Personen demonstrierten an diesem „Tag nach der Arbeit“, wie sie ihn nannten, wie jeden Donnerstag gegen die schwarzblaue Bundesregierung. Und thematisierten diesmal insbesondere Lohnarbeit und Lohnarbeitslosigkeit. Aber auch die Kampagne #KeinenMillimeter gegen die Einschränkungen des Selbstbestimmungsrechts von Frauen wurde angesprochen.
Höhepunkt der Donnerstagsdemo am 2. Mai war aber meiner Ansicht nach dieses Lied von Isabel Frey.
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Am 6. Mai um 5 vor 12 wurden in Wien und in Landeshaupstädten Flashmobs der Kampagne #KeinenMillimeter abgehalten. Es wurden Kleiderbügel und Infozettel verteilt, die daran erinnern sollten, untwel welchen lebensgefährlichen Bedingungen früher Abtreibungen durchgeführt werden mussten. Der Kleiderbügel wurde zum Symbol, dass diese Bedingungen nie wieder sein dürfen.
Anlass für die Flashmobs war, dass am 7. Mai die Petition „fairändern“, die auf die Einschränkungen des Abtreibungsrechts abzielt, im Petitionsausschuss des Nationalrats behandelt wurde. Dort wurde die weitere Behandlung übrigens beschlossen, noch weitere Stellungnahmen einzuholen.

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Am 7. Mai demonstrierten Gemeindebedienstete für gleichen Lohn für gleiche Arbeit, unabhängig von altem oder neuem Dienstrecht.

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Tausende Menschen feierten auch heuer wieder am 8. Mai am Heldenplatz ein Fest der Freude über die Befreiung vom Nationalsozialismus mit einem Konzert der Wiener Symphoniker*innen. Das Fest war heuer zum siebten Mal vom Mauthausen Komitee Österreich organisiert worden – in Zusammenarbeit mit der Israelitischen Kultusgemeinde, dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands und dem Verein Gedenkdienst. Bis 2012 hielten am 8. Mai am Heldenplatz, deutschnationale Burschenschaften Totengedenken in Trauer über den verlorenen Krieg statt.

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Ein fiktives Kollektiv #NVRGN, das vermutlich „Never Again“ gelesen werden sollte, setzte am 8. Mai mit Kunstaktionen in mehreren Städten wie zum Beispiel Wien antifaschistische Zeichen – gegen Neofaschismus, für sichere Fluchtwege und für eine solidarische Zukunft. So wurden unter anderen an mehreren öffentlichen Plätzen goldene Rettungsdecken mit der Aufschrift X!? aufgehängt.

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Insbesondere gegen die Verkehrspolitik der schwarzblauen Bundesregierung wurde bei der Donnerstagsdemo am 9. Mai demonstriert. Vom Verkehrsministerium zur ÖAMTC-Zentrale zogen rund 1300 Menschen zu Fuß und 180 auf Fahrrädern.
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Am 11. Mai demonstrierten in Wien ca. 330 Menschen gegen Tiertransporte. [kurzer Redenausschnitt]

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Jeden Dienstag oder Mittwoch wird weiterhin vor dem Innenministerium unter dem Titel music4humanrights gegen aufkommenden Faschismus angesungen. Die nächsten Mal am Dienstag, den 14. Mai und am Mittwoch, den 22. Mai, jeweils um 16:30 am Minoritenplatz.
Jeden Freitag gibt es immer noch dem Klimastreik, um 5 vor 12 am Heldenplatz. Für den 24. Mai ist wieder ein großer weltweiter Streiktag angesagt.

Anmerkung der Moderation

zuerst veröffentlicht auf nochrichten.net

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