Wie die Polizei verhört - und wie wir uns dagegen verteidigen können

veröffentlicht am 8. Juni 2022

Wir befinden uns in einer Zeit, in der soziale Kämpfe weltweit sehr präsent sind und die Polizeigewalt sowie ihre Funktion in der Gesellschaft zunehmend thematisiert und kritisiert werden. In diesem Zusammenhang arbeiten wir seit einem Jahr an einem Buch, das die Strategien und Techniken, die die Polizei bei der Durchführung von Verhören anwendet, so vollständig wie möglich aufschlüsselt.

Wir versuchen jetzt 10‘000.- zu sammeln um den Druck von 3’000 Exemplare des Buches zu ermöglichen. Hilft mit und und teilt diesen Aufruf weiter.

Technische Informationen

Seiten : 180
Sprache : Deutsch und Französisch
Druck-Exemplare : 1‘500 auf Deutsch und 1’500 auf Französisch
Kosten : 10‘000
Vertrieb : Buchformat gegen Spende – Broschüre kostenlos im Internet zu Verfügung gestellt.
Verlag : Projet-Evasions (projet-evasions.org)
Zeitplan : Wir hoffen, das Buch im März-April 2022 drucken zu können.

Zielpublikum

Unser Aufruf zur Unterstützung richtet sich gleichermaßen an Einzelpersonen, Kollektive, kulturelle Organisationen, Stiftungen und progressive und abolitionistische Jurist*innen.

Vorschau

Hier finden Sie eine Vorschau der PDF-Version, die sich derzeit im Layout befindet. Es ist eine vorläufige und unkorrigierte Version.

Zahlung

Alternative Bank Schweiz AG
CH42 0839 0035 1389 1000 2
(Verein Magazin, 4057 Basel
Wichtig ist es bei der Spende der Vermerk „Projet-Evasions“ zu schreiben.
Inhalt

Unsere Unkenntnis ist ihre Macht. Dieser Satz ist eine gute Zusammenfassung, worauf ein Polizeiverhör basiert: auf unserer Unkenntnis. Unkenntnis darüber, wie die Polizei arbeitet, Unkenntnis über die zur Anwendung kommenden Manipulationsstrategien, Unkenntnis um den juristischen Rahmen und schlussendlich Unkenntnis über unsere Verteidigungsmöglichkeiten. Ein Verhör ist kein friedlicher Austausch zwischen zwei Individuen die sich ebenbürtig sind. Es ist ein Konflikt bei dem die Informationen, die der*die Verhörte selbst liefert, die Kraft darstellen, mit der Polizei und Justiz ihn*sie schlagen können. Um ihre Arbeit gut machen zu können, ist die Polizei angewiesen auf unsere Mitarbeit beim Verhör. Genau darum geht es in diesem Buch: Die beste Verteidigung bei einem Polizeiverhör ist es, die Teilnahme durch Schweigen zu verweigern. Das ist eine ganz einfache Aussage, die aber immer wieder wiederholt werden muss. Denn die Polizei verfügt über ein ganzes Arsenal an Techniken und Manipulationsstrategien, um die Schwächen der verhörten Person auszunutzen, sowie über Möglichkeiten, sie durch Polizeigewahrsam und Untersuchungshaft einzusperren, um sie zu zermürben und zu schwächen. Hinzu kommt der gesellschaftlich verankerte Glauben, dass man antworten MUSS, wenn die Polizei als Autoritätsperson Fragen stellt.
Das Buch erläutert die Funktionsweise der Polizei innerhalb des Justizprozesses, die verschiedenen Verhörstrategien, wie die Inhaftierung ausgenutzt wird um die Befragten zu schwächen, die Rolle von Anwält*innen und Dolmetscher*innen, die nonverbale Sprache, und schließlich eine Liste von Möglichkeiten, wie wir uns selbst am effektivsten stärken und schützen können. Das Buch ist aus einer anarchistischen Perspektive geschrieben, die das Strafsystem als Ganzes kritisiert. Ein Kapitel ist der grundsätzlichen Kritik an der Institution Polizei und Wegen zu ihrer Überwindung gewidmet.

Unser Ziel ist es, ein Buch zu liefern, dessen Lektüre es ermöglicht, zu verstehen, mit welchen Methoden die Polizei arbeitet und wie wir uns dagegen wehren können. Das Buch richtet sich an ein Publikum in vielen verschiedenen Ländern, in denen die Gesetzgebung teils stark variiert. Diese rechtlichen Unterschiede wirken sich jedoch kaum auf den Inhalt aus. Die von den verschiedenen Polizeidienststellen entwickelten Verhörmechanismen und -strategien haben sich im Laufe der Jahre und durch den Austausch zwischen den Dienststellen und Ländern vereinheitlicht. Heute diskutieren und verfeinern Polizeiinspektor*innen aus aller Welt gemeinsam ihre Manipulationsmethoden auf Polizeikongressen und -symposien oder in Fachzeitschriften. Dennoch wurden die Strategien und Praktiken, die im Buch analysiert und vorgestellt werden, hauptsächlich von Polizist*innen entwickelt, die in westlichen Ländern arbeiten, sodass dieses Buch eher die westliche Realität in einer kapitalistischen Demokratie widerspiegelt.

Kontakt

Für Fragen zur Veröffentlichung und Verbreitung: evasions@riseup.net

Für Fragen zum Inhalt des Buches: saynothing@riseup.net

In Solidarität

Das Projet-Evasions Team

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