Tag ohne Bundeswehr – Adbustings im Dresden

veröffentlicht am 14. Juni 2021

Anlässlich des „Tages der Bundswehr“ am 12. Juni bringen Adbuster*innen unerlaubt Kritik an der Bundeswehr in das Dresdener Stadtbild indem sie Militär-kritisch gefälschte Plakate in Werbekästen untergebracht haben.

Üblicherweise veranstaltet die Bundeswehr an diesem Tag öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen, in denen sie sich in ein positives Licht rücken und als guten Arbeitgeber darstellen wollen. Allerdings müssen die geplanten Veranstaltungen an 16 Militärstandorten auf Grund der Corona-Pandemie, wie schon im Vorjahr, ausfallen. Laut Katha Messer vom Ministerium für Kontextveränderung, plakative Fußnoten und Werbekorrektur (Mf KopfW) sei dies für die Adbuster*innen kein Grund den Tag ohne Protest vergehen zu lassen. „Kritik an der Bundeswehr muss genau so sichtbar sein, wie die Bundeswehr-Propaganda, mit der wir regelmäßig auf zahlreichen Werbetafeln belästigt werden. Die Bundeswehr hat zwar dieses Jahr nicht die Möglichkeit schon Kinder mit einer spektakulären als Spaßevent verpackten Livedarbietung von sich zu überzeugen, das hält sie aber nicht davon ab auf anderen Wegen zu versuche Jugendliche anzuwerben“

Kritik im Bundeswehr-Design

Kritik an der Bundeswehr wurde durch selbst gedruckte Plakate in verschiedene Werbekästen gebracht. Das Design der Plakate ist an Bundeswehr-Werbung angelegt die in den letzten Jahren häufig deutschlandweit zu sehen war. Erst auf den zweiten Blick offenbart sich, das es sich nicht um eine offizielle Werbekampagne handelt. Durch Sprüche wie „Munition & Menschenleben, ein bisschen Schwund ist immer“ wird etwa auf den Munitions- und Waffenklau Skandal durch Soldaten des KSK aufmerksam gemacht. Katha dazu: „Nazi-Prepper können jahrelang Kriegswaffen von Arbeitsplatz mitnehmen und niemanden stört es. Stattdessen konnten Bundeswehr-Soldat*innen die gestohlene Munition durch eine Amnesieaktion konsequenzlos zurückgeben. Uns ist allerdings wichtig klar zu stellen, das wir nicht alle Soldat*innen für Nazi halten, auch das haben wir in einem Plakatdesign festgehalten“ Auf dem angesprochenen Plakat steht groß „Nicht jeder Soldat ist ein Nazi“ darunter kleiner in einem roten Kasten „Aber verdammt viele Nazis sind Soldaten“.

Neben den Hinweisen auf die zahlreichen Skandale der letzten Jahre, wird auch grundlegende Kritik an der Funktion der Bundeswehr geübt, mit Sprüchen wie „Ausbeutung Gewaltsam Verteidigen“ oder „Jeder Tote ist ein kleiner Schritt zum Weltfrieden“. Es wird außerdem auf deutsche Prioritäten hingewiesen, indem Thematisiert wird, das dem Verteidigugsministerium 17 mal soviel Geld zugesprochen wird, wie dem Umweltministerium. Katha dazu: „Das zeigt deutlich, das es bei der Bundeswehr nicht darum geht Konflikte zu vermeiden. Das würde viel besser funktionieren, wenn man gegen die Gründe, die zu Konflikten führen angehen würde. Die Folgen des Klimawandels, wie Dürren und Naturkatastrophen, werden in den nächste Jahre vor allem im Globalen Süden zu neuen Konflikten führen. Anstatt frühzeitig dagegen anzugehen indem man den Klimawandel bekämpft wird abgewartet und erst wenn es bereits zu spät ist die Bundeswehr geschickt um so den deutsche Wohlstand zu schützen.“

Aktionen in weiteren Städten angekündigt

Schon im Vorfeld des „Tag ohne Bundeswehr“ wurden vom Kommunnikationsguerillabündnis „tob21.noblogs.org“ Aktionen in 11 Städten angekündigt. Im Mai gab es bereits einen Vorgeschmackt durch die Berliner Gruppe “Außenwerbung kunstvoll kapern“ (akk). Es wurden Adbustings rund um das Kriegsministerium aufgehangen und ein Schreiben des Ministerium der Bundeswehr gefälscht. Obwohl das Kriegsministerium die Aktion als Satire einstuft ermittelt das LKA mit dem Vorwurf „Störpropaganda gegen die Bundeswehr“. Dies ist ein erneuter Versuch Adbusting zu kriminalisieren, nachdem die Berliner Staatsanwaltschaft, neben weiteren namenhaften Juristen bereits zum Schluss gekommen ist, das es sich beim Adbusting nicht um eine Straftat handelt.
Die diesjährigen Aktionen schließen sich an den Tag der Bundeswehr 2020 an, dort wurden bereits in 5 Städten, darunter Dresden, Millitärkritische-Adbustings verteilt. Katha sagt dazu: „Der Tag ohne Bundeswehr hat uns letztes Jahr so gut gefallen, das wir ihn nicht nur wiederholen wollten, sondern noch größer feiern, ganz nach dem Motto Tag ohne Bundeswehr ist jedes Jahr. Aber unser eigentliches Ziel ist es natürlich das ganze auf jeden Tag auszuweiten.“

Weiterlesen

zum Thema Antimilitarismus:

zum Thema Direkte Aktion: