Es darf ruhig wieder biss’l größer gedacht werden, …... auch in Wien!

veröffentlicht am 15. März 2021

Kurzer Grant von Menschen, die es hassen, super schlau ins Internet zu schreiben aber manchmal erachten wir es halt doch als ganz wichtig, mehr als die üblichen Genoss*innen zu erreichen!

Da wir keine Theoretiker*innen-, nicht so intellektuell und studiert sind, verzeiht uns die einfache Art, in der wir uns ausdrücken werden.

Diese ganze Situation bezüglich Corona und deren Auswirkungen auf uns alle, führt teilweise zu sehr argen Zuspitzungen in allen Lebensbereichen! Was uns derzeit extrem auf die Nerven geht sind, diese ganzen „linkem Expert*innen“ und „linken Maulheld*innen“, die sich permanent im Internet das Maul zerreißen und alles mit ihrer individuellen Meinung zuscheißen. Wie viel Energie in Mobbing und andere Linke anfucken geht, ist wirklich derart lächerlich. Teilweise werden Personen und Gruppen Sachen an den Kopf geworfen, wo wir überzeugt sind, die würde man sich zurecht nicht trauen jemanden ins Gesicht zu sagen. Da fragen wir uns, ob jene linken Menschen in der selben Welt Leben, wenn das ihre oberste Priorität ist. Und wenn es doch nur in diesem digitalen Raum bleiben würde, aber nein dieser kindische Scheißdreck hat dann auch noch Auswirkungen auf das handeln im analogen Leben und man muss sich mit irgendeinem Szenemüll auseinandersetzen anstatt mit politischen Handlungsstrategien und Analysen.

Wir leben in einer Zeit der Zuspitzung, wo Menschen ihre Lebensgrundlage verlieren, wo rechtsextreme Massenmobilisation stattfindet, wo Menschen an den Grenzen Europas erfrieren und ertrinken, sich rechtsextreme Strukturen in Militär und Polizei bewaffnen für den Tag X, Personen umgebracht werden die nicht in das Weltbild von Faschist*innen passen, wo patriarchale Gewalt in ihrer schlimmsten Ausformung zu Mord an FLINTA’s führt usw.

Und ihr? Ihr habt nichts besseres zu tun als all eure Energie in Streit und Mobbing zu stecken, in Debatten die gemeinsame Kämpfe verstellen, wo immer Unterschiede gesucht werden und teilweise eine Reihung davon gemacht wird, wer jetzt die größte Unterdrückung aufgrund einer Identität erfährt.
Oder diese unsäglichen Diskussionen mit diesen ganzen Linksliberalen Elendsgestalten, die doch sowieso wenn es hart auf hart kommt uns wieder in einen Topf werfen mit all den anderen “Extremist*innen” und sich distanzieren werden.

Das ist unerträglich! Unerträglich in einer Zeit wo Freiräume bedroht sind, Menschen bedroht und ermordet werden, rechtsextreme Massen-Demonstrationen stattfinden und patriarchale Morde im Wochentakt geschehen.

Vielleicht könnt ihr alle mal wieder in euch und eure Gruppenzusammenhänge gehen, eure eigene Identität und die eurer Gruppen zurückstellen und daran denken, dass wir alle bedroht, ausgebeutet und unterdrückt werden in den verschiedensten Formen und das es kein Wettkampf ist, wer es am meisten wird. In einer Zeit wo bürgerlicher Individualismus anscheinend dermaßen groß gelebt und ausgeprägt ist – siehe Socialmedia - wird sogar mittlerweile in weiten Teilen der Radikalen Linken vergessen, dass es einen gemeinsamen Kampf gibt, der auch nur so zu führen ist, nämlich gemeinsam! Und ja, uns ist bewusst, dass es durchaus Sinn macht Debatten zu führen und sich klar von anderen abzugrenzen und niemand gezwungen ist mit anderen aufgrund von inhaltlichen Differenzen zusammenzuarbeiten, jedoch muss in einem gewissen Rahmen Widersprüche ausgehalten werden, da sie in bestimmten Kämpfen gar keine Relevanz haben. Bürgerliche individualistische Ideologie hat schon dermaßen Einzug gehalten, dass es gar nicht mehr darum geht Debatten zu führen und auch mal getrennte Wege zu gehen, als darum andere fertig zu machen und sich als Person über andere zu stellen, und dann Personen auch noch zum Abschuss freizugeben, wo dann die nächsten bürgerlichen individualistischen Pfeifen daherkommen und ebenfalls auf die Person verbal einschlägt um sich besser zu fühlen. Erkenntnisgewinn? Null!
Wenn ihr schon untereinander so umgeht, geleitet von bürgerlicher Ideologie, na dann gute Nacht. Die Vereinzelung der Positionen und diese aggressiven Streitereien führen zu keinem Erkenntnisgewinn und nur zu weiteren Vereinzelung und Verletzungen!

Noch nie war Wien, in unserer Erinnerung, ein Ort wo so viele von sich behauptet haben, was für arge Antifaschist*innen sie den nicht wären, wo so viele linken Stuff tragen, wo das Stadtbild dermaßen geprägt ist von linker Gegenkultur und Protest. Aber gleichzeitig passiert mittlerweile wenig, weil Energie in Streit gesteckt wird! wenn es zumindest Debatten wären wo ein Erkenntnisgewinn erfolgt aber nicht mal das ist es.

Die Faschist*innen die Wochenende für Wochenende durch Wien laufen wird es weiterhin freuen. Alle reden immer groß von “Nazis auf`s Maul”, “Patriarchat zerschlagen” und “Klassenkampf” aber außer die Slogans vor sich hertragen, passiert nicht mehr viel. Es bleibt immer an den selben Leuten hängen, die dann eh früher oder später ausgebrannt sind und in Repression untergehen und/oder im betrieblichen Kampf untergehen weil dieses Kampffeld von radikalen Linken sowieso kaum noch bearbeitet wird und man allein mit wehenden Fahnen untergeht im starren sozialpartnerschaftlichen Stillstand. Als Dank darf man sich dann von irgendwelchen Internet Held*innen anmachen lassen, die ihre individualistische Position hervorheben, damit sie ihre neoliberale Selbstdarstellung reproduzieren und fördern können.

Aber ja bitte, diskutieren wir weiterhin wer von uns das größte „Opfer“ ist und finden wir noch zehn Kategorien und Wörter, die uns noch mehr trennen als vereinen. Unsere Feinde wird es freuen, wir können ihnen dann wieder frustriert und erfolglos zuwinken beim nächsten Wochenende, wo sie durch die Stadt marschieren. Oder in der Lohnarbeit, wo wieder die nächste scheiß Entscheidungen auf lasten von uns, der Lohnabhängigen, kampflos abgenickt wird weil wir wieder keine Strategie haben wie wir dagegen vorgehen sollen. Versinken wir weiterhin in Trauer wenn wieder FLINTA’s und von Rassismus und Antisemitismus betroffene Personen getötet werden, anstatt endlich die Wut, die in uns ist zu nützen um diese Gesellschaft und unserer Feinde zu attackieren und nicht zum X-ten mal uns gegenseitig zu zerfleischen!

Genug ausgekotzt. Wir möchten das Ende hier aber nützen um uns bei Personen, Gennos*innen, Freund*innen, Gefährt*innen usw. zu bedanken! Viel zu selten wird anerkannt und wertgeschätzt was für Arbeit geleistet wird von Menschen im politischem Spektrum. Danke an all jene, die die unsichtbare Arbeit leisten, danke an jene die trotz allen Umständen, trotzdem noch auf die Straße gehen. Es muss noch mehr als sonst hervorgehoben werden, weil diese Menschen dann wieder verbal angeschissen werden durch individualistische Internet-Held*innen.

Besser in Bewegung sein und kämpfe führen, dabei Fehler machen und Debatten mit Erkenntnisgewinn führen als versinken in Ohnmacht, sauberen Moralvorstellungen, Hedonismus und damit im Stillstand verharren, wo zwar keine Fehler gemacht werden können aber sich auch nichts in Bewegung kommen wird.

Solidarische Grüße
GRANTIFA

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