Grußwort von Jan

veröffentlicht am 1. Januar 2022

Vergesst unsere Gefangenen nicht!

In Bayern sitzt der Anarchist Jan hinter Gittern. Jetzt wendet er sich mit einem Grußwort an uns alle. Lest rein und verbreitet es!

Liebe Freund*innen und Genoss*innen,

es freut mich, euch dieses Grußwort zu kommen zu lassen und hoffe, euch geht es gut.

Es ist schön, euch in meiner Nähe zu wissen, und auch, wenn ich euch aus Gründen nicht direkt mitbekomme, weiß ich, dass es genug Ohren gibt, die euren Stimmen lauschen.

Ich möchte mich bei euch bedanken.

Bedanken für eure Aktionen, Postkarten und Briefe. Sie geben mir den Rückhalt und die Zuversicht, auch an grauen Tagen in diesem Betonklotz zu bestehen. denn vieles, was wir an der Institution Knast kritisieren und bekämpfen, ist gängige Praxis und Lebensrealität der Gefangenen.

2 Besuche und 2 Telefonate im Monat, zu kleine Zellen für zu viele Gefangene, Angst vor Abschiebung im Anschluss an die lange Haftzeit, harte Sanktionen bei Arbeitsverweigerung wie weniger Einkauf oder Akkordarbeit bei einem Achtel des gesetzlichen Stundenlohns.

All das ist Realität in bayerischen Knästen.

Gleichzeitig wird von einer permanenten Gefahr für die innere Sicherheit und Ordnung gesprochen und das die Mitte gestärkt werden müsse. Dies bedeutet nichts anderes als noch mehr Schutz der Kapitalinteressen, verschärfte EU-Außengrenzen, Abschiebung, Rechtsruck und damit einhergehend der Kampf gegen linke und progressive Kräfte.

So sollen in die JVA Nürnberg Millionen investiert werden. Aber nicht in eine menschenwürdige Unterbringung der Gefangenen, bessere Arbeitsbedingungen oder eine funktionierendes Gesundheitssystem.

Nein! Die Fassade und der Eingang sollen hübscher werden und das Tunnelsystem, durch das unter anderem die Gefangenen direkt vom Gericht in den Knast gebracht werden, wird ausgebaut. Die Augen der Gesellschaft sollen ja geschützt sein.

Das ist der Zeitgeist: Investiert wird in die Schaffung teilprivatisierter Monumente der Abschreckung statt in bezahlbarem Wohnraum oder ein neues Projekt 31.

So ist es unsere Aufgabe, die Verhältnisse zu analylisieren, Entwicklungen zu erkennen und sie zu bekämpfen.

Denn auch oder gerade von hier drin glaube ich an eine hoffnungsvolle Zukunft. Eine welt, für die es sich zu kämpfen lohnt.

In Liebe und Solidarität,

Jan

Anmerkung der Moderation

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