Stiller Trauermarsch in Gedenken an Sarah Hegazi

veröffentlicht am 24. Juni 2020

(Englisch, German versions are bellow)
تأبين صامت لروح سارة حجازي واستكمالا لمسيرة نضالها
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Westbahnhof to Platz der Menschenrechte 26.06.2020 at 17.30
أنهت الناشطة الاشتراكية المصرية النسوية الكويرية البالغة من العمر ثلاثين عامًا سارة حجازي حياتها في المنفى بكندا في ١٣ يونيو/حزيران ٢٠٢٠. وكانت كلماتها الأخيرة: "إلى أخوتي، حاولت النجاة وفشلت – سامحوني. إلى أصدقائي، التجربة قاسية وأنا أضعف من أن أقاومها - سامحوني؛ إلى العالم، كنت قاسيًا لحد عظيم، لكني أسامح".

*****بيان صحفي ********
سُجنت سارة في مصر عام ٢٠١٧ بتهمة التحريض على الفجور بعد أن رفعت علم قوس قزح خلال حفل موسيقي أقامته الفرقة اللبنانية مشروع ليلى في القاهرة. بعد حملة إعلامية مكثفة ضدها، تم حبسها، واحتجازها في الحبس الانفرادي، والاعتداء عليها، وتعذيبها. إلا أن عمل عدد من النشطاء مكّنها من مغادرة مصر العام ٢٠١٨ إلى كندا بعد أن حذرها المحامون من أنها تخضع للمراقبة من قبل أمن الدولة ولا تزال تحت التهديد.
يتحدث أصدقاء سارة عن الصعوبة التي واجهتها في الابتعاد عن عائلتها وشبكات الدعم، خاصة والدتها، التي توفت في غيابها.
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لاضطهاد أفراد مجتمع الميم - عين المصريين تاريخ طويل يمتد إلى ما قبل نظام الرئيس عبد الفتاح السيسي لكنه يأتي وسط حملة وحشية أسسها هذا النظام ضد أي أصوات معارضة في البلاد.
اعتُقل عشرات الآلاف من المعارضين/ات السياسيين والصحفيين والفنانين والناشطين في مصر في عهد السيسي، وأُجبر الكثيرون على الهروب للمنفى بسبب تجرؤهم على الكتابة أو التحدث أو تجسيد شيء آخر غير ما يراه النظام مناسبا. توفي في السجن الشهر الماضي شادي حبش، المخرج السينمائي البالغ من العمر ٢٤ عامًا، والذي سُجن بسبب دوره في إنتاج فيديو موسيقي ينتقد السيسي.
تم شن حملة قمعية ضد مجتمع الميم – عين المصري تحت ستار محاربة "تهديد النسيج الأخلاقي للمجتمع" و"الفجور" ، لأن المثلية الجنسية غير مجرمة في القانون المصري. تعرض أفراد مجتمع الميم- عين للاضطهاد والخوف بسبب التحيزات المجتمعية التي تمكن نظام السيسي من تصيد وتتبع أي شخص لا يناسب الأفكار النمطية الغيرية.
أفادت "المبادرة المصرية للحقوق الشخصية" التي تتخذ من القاهرة مقراً لها أنه بعد حفل "مشروع ليلى" اتهم ٧٥ شخصاً على الأقل بالفسق، مضيفة أنه تم إلقاء القبض على ١٧ آخرين على الأقل هذا العام خلال اعتقال جديدة عبر تتبعهم/ن عبر تطبيقات المواعدة والهجوم على المنازل، حتى خلال جائحة كوڤيد ١٩.
كانت سارة أيضًا مدافعة ملتزمة عن حقوق الإنسان، حتى في منفاها، وبينما كانت تتعامل مع ما بعد الصدمة، لم تتوقف عن القتال من أجل العدالة والحرية في مصر. وهي مثل الكثيرين داخل مصر وخارجها، الذين يواصلون محاربة نظام أثبت انتقامه الوحشي وتجاهله المطلق لحقوق الإنسان. ما زلنا نشهد اليوم اعتقالات تعسفية وتعذيب وعزل للسجناء عن عائلاتهم/ن وممثليهم/ن القانونيين (خاصة خلال كوڤيد ١٩)، ومحاكم غير عادلة، وعقوبات سجن طويلة، وحالات اختفاء قسري، وقيود شديدة على منظمات المجتمع المدني، وقمع عنيف لحريات التعبير، التجمع، وتكوين الجمعيات.
ونحن ننعى صديقة وناشطة، زميلة وشخص من مجتمع الميم – عين؛ نحن قلقون للغاية بشأن آلاف المعتقلين/ات الذين لا يزالون في سجون نظام السيسي.
وسط ذلك كله تواصل الحكومة الألمانية إلى جانب الاتحاد الأوروبي والحكومات الأوروبية الأخرى توفير الغطاء السياسي والدعم الاقتصادي لنظام السيسي. حتى بعد سيطرة السيسي على الجيش، لم يتأثر تأييد الحكومة الألمانية للدولة المصرية في مجال "السياسات الأمنية".
في العام 2017، عندما ألقي القبض على سارة وآخرين، وبسبب الضغط العام، تمكنت حملة أطلقوا سراح مجتمع الميم – من المصريين في برلين من الضغط على وزارة الخارجية الفيدرالية الألمانية لإلغاء الخطط الألمانية لتدريب أجهزة الأمن المصرية على المراقبة، لمخاوف بشأن "بعض المعرفة والمهارات التي تقدم خلال هذه الدورة التدريبية بالإمكان استخدامها ليس فقط لملاحقة الإرهابيين ولكن أيضًا لاضطهاد مجموعات أخرى من الناس". لكن هذا لم يكن ولا يزال غير كاف.
لا تزال ألمانيا واحدة من أهم الشركاء الدوليين للحكومة المصرية، تضخ ملايين اليوروات في الدولة المصرية، إما مباشرة من خلال برامج التعاون، أو من خلال الشراكات التي ترعاها الدولة مع الشركات الألمانية مثل سيمنس. لا ينبغي أن تستفيد أو تدعم ألمانيا نظام يدعم مثل هذا السجل الحافل من انتهاكات حقوق الإنسان الشديدة.
يجب أن ينتهي الصمت حول الجرائم المستمرة لنظام السيسي، وأن ينتهي الدعم المالي والسياسي النشط. يجب أن تنتهي اتفاقيات التعاون حتى يلتزم النظام بحقوق الإنسان.
حقوق وحياة الناس في مصر، من مجتمع الميم – عين وغيرهم، لا يمكن ولا يجب أن تكون بطاقة تجارية لجداول الأعمال السياسية والاقتصادية في ألمانيا.
الحرية للسجناء والسجينات السياسيين في مصر! لتبق ذكرى سارة حجازي وكل الذين فقدناهم على طول طريق النضال.
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***** Presse-Entwurf *******
Für Sarah Hegazy — Stiller Trauermarsch im Gedenken an sie.
Wien 26.6.2020 17.30 Westbahnhof zum Platz der Menschenrechte
Die dreiunddreißigjährige queere sozialistische Aktivistin Sarah Hegazy nahm sich ihr Leben im Exil in Kanada am 13. Juni 2020. Ihre letzten Worte lauten: “An meine Verwandte, ich versuchte Erlösung zu finden und scheiterte - vergebt mir; an meine Freunde, die Reise war grausam und ich bin zu schwach, um mich zu widersetzen - vergebt mir; an die Welt, du warst entsetzlich grausam, doch ich vergebe dir”.
Sarah wurde 2017 gefangen genommen in Ägypten, beschuldigt der Unsittlichkeit, nachdem sie eine Regenbogenflagge während eines Auftritts der libanesischen Indi-Band Mashrou’ Leila in Kairo schwenkte. Nach einer heftigen öffentlichen und beschämenden Medienkampagne, wurde sie eingekerkert, in Einzelhaft gehalten, misshandelt und gefoltert. Die Arbeit einiger Aktivist*Innen ermöglichte es Sarah Ägypten 2019 nach Kanada zu verlassen. Anwält*Innen warnten sie jedoch, dass sie noch immer unter Beobachtung der staatlichen Sicherheitsbehörden stand und ihr Schutz nicht garantiert sei.
Sarahs Freunde berichteten wie schwierig es für sie war von der Familie und dem Unterstützer*Innenkreis getrennt zu sein, besonders in Bezug auf ihre Mutter, welche in ihrer Abwesenheit verschied.
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Die Verfolgung queerer Ägypter*Innen hat eine lange Geschichte, welche bereits vor Beginn des Regimes von Abdel Fattah Al-Sisi begonnen hatte, doch nahm ihre Brutalität gegen jede abweichende Stimme im Land heftig zu.
Zehntausende politische Oppositionelle*, Journalist*Innen, Künstler*Innen und Aktivist*Innen wurden eingesperrt und inhaftiert in Ägypten, unter dem Regime Al-Sisis und viele weitere ins Exil gedrängt, weil sie es wagten zu schreiben, zu sprechen oder irgendetwas anderes zu verkörpern, als das was das Regime als angemessen betrachtet. Erst kürzlich - im letzten Monat, starb Shady Habash, ein 24 jähriger Filmemacher, welcher inhaftiert wurde, weil er ein Musikvideo mit produzierte, in welchem Al-Sisi kritisiert wurde.
Das harte Vorgehen gegen queere Ägypter*Innen wurde vorangetrieben unter dem Vorwand, dass die ‘die moralische Substanz der Gesellschaft’ bedrohen würden und diese ‘sittenwidrig’ sei, wobei Homosexualität in Ägypten nicht illegal ist. Queere Individuen* sind Verfolgungen ausgeliefert und ihre Angst wird verstärkt durch soziale Vorverurteilungen, welche As-Sisis Regime bestärken jede*n zu schikanieren und zu verfolgen, welche nicht ihren* heteronormativen Vorstellungen entsprechen.
Nach dem Mashrou’-Leila-Konzert wurden mindestens 75 Menschen der Unsittlichkeit beschuldigt, gemeldet von der in Kairo ansässigen Egyptian Initiative for Personal Rights (EIPR). Hinzu kamen mindestens 17 weitere Festnahmen in diesem Jahr, welche durch in Dating-Apps gestellte Fallen und durch Razzien auch während der Corona-Pandemie aufgespürt wurden.
Sarah war auch eine engagierte Verteidigerin der Menschenrechte, auch während ihrer Zeit im Exil und ihres Traumas stoppte sie nicht ihren Kampf für Gerechtigkeit und Freiheit in Ägypten. Sie ist wie viele innerhalb und außerhalb Ägyptens, welche unaufhörlich ein rachsüchtiges Regime bekämpfen, welches die Menschenrechte nicht im geringsten achtet. Auch hier und heute bezeugen wir weiterhin willkürliche Festnahmen, Folter, die Trennung zwischen Gefangenen und ihren Familien sowie von Rechtsvertreter*Innen (besonders während COVID-19), mangelnde unparteiische Gerichte, erhöhte Haftzeiten, gewaltsames Verschwinden, drakonische Restriktionen von zivilgesellschaftlichen Organisationen, gewaltsames Durchgreifen gegen freie Meinungsäußerungen, Versammlungen und Vereine. Während wir trauern um unsere Freundin und Mitaktivistin und queere Person; sind wir zutiefst besorgt um die tausenden Häftlinge, die noch immer in den Gefängnissen des Al-Sisi-Regimes verharren.
Die deutsche Regierung, als auch die EU und andere europäische Regierungen setzen die politische und ökonomische Zusammenarbeit mit dem Al-Sisi-Regime ungeachtet dessen fort. Selbst nach dem Putsch Al-Sisis schwenkte die deutsche Unterstützung hinsichtlich der ‘Sicherheitspolitik’ nicht um. 2017, als Sarah und weitere Menschen festgenommen wurden, konnte die durch öffentlichen Druck unterstützte Free LGBTIQ Egypt-Kampagne in Berlin das Deutsche Auswärtige Ministerium dazu bringen, die geplanten Schulungen des ägyptischen Überwachungsapparates abzubrechen, da die Behörden konstatieren mussten, dass ‘das manche der übermittelten Informationen und Methoden möglicherweise nicht lediglich zum Kampf gegen Terrorismus, sondern auch zur Verfolgung anderer Gruppen genutzt werden könnten”. Doch das war und ist nicht genug. Deutschland ist noch immer einer der wichtigsten Partner*Innen der Ägyptischen Regierung, welche Millionen von Euro von Bundesregierung erhält, entweder durch direkte Kooperationsabkommen oder durch indirekte staatlich geförderte Partner*Innenschaften mit Deutschen Unternehmen wie Siemens. Deutschland sollte sich nicht bereichern durch die Unterstützung solcher Regime, welche die Menschenrechte auf schärfste Art und Weise verletzen. Das Schweigen über die andauernden Verbrechen des Al-Sisi-Regimes müssen enden, ebenso wie die aktive Finanzierung und die politische Unterstützung enden muss.
Die Rechte und Leben der Menschen in Ägypten, LGBTIQ+ oder nicht, können und dürfen nicht als Handelsgut der Deutschen Agenda dienen.
Freiheit den politischen Gefangenen* in Ägypten. In liebevoller Erinnerung an Sarah Hegazy und an all die, welche wir auf dem Weg verloren haben.
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**** PRESS RELEASE ****
For Sarah Hegazy — a silent vigil in her memory, a protest in her legacy.
Vienna Westbahnhof to Platz der Menschenrechte 26.06.2020 at 17.30.
Thirty-year-old Egyptian queer socialist activist Sarah Hegazy took her own life in exile in Canada on June 13, 2020. Her final words were: “To my siblings, I tried to find salvation and failed—forgive me; To my friends, The Journey was cruel and I am too weak to resist—forgive me; To the world, You were horrifically cruel, but I am forgiving.”
Sara was imprisoned in Egypt in 2017 on charges of inciting debauchery after waiving a rainbow flag during a concert by Lebanese indie band Mashrou’ Leila in Cairo. After an intense public media campaign of shaming, she was incarcerated, held in solitary confinement, assaulted, and tortured. The work of a number of activists enabled Sara to leave Egypt in 2018 for Canada after lawyers warned her she was being surveilled by state security and was still under threat.
Sara’s friends speak of how difficult she found being away from her family and support networks, especially her mother, who passed away in her absence.
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The persecution of queer Egyptians has a long history that stretches beyond President Abdel Fattah Al-Sisi’s regime but comes amid a more recent brutal campaign against any dissenting voices in the country.
Tens of thousands of political opponents, journalists, artists, and activists have been arrested and detained in Egypt under Al-Sisi, and many others have been forced into exile for daring to write, speak, or embody something other than what the regime deems appropriate. Most recently, Shady Habash, a 24-year-old filmmaker, who was jailed for his part in making a music video criticizing Al-Sisi, died in prison last month.
The crackdown on queer Egyptians has been carried out under guises of ‘threatening the moral fabric of society’ and ‘debauchery,’ as homosexuality is not illegal in Egypt. Queer individuals have been subjected to persecution and fear fueled by societal prejudices that empower Al-Sisi’s regime to troll and track anyone who does not fit their heteronormative ideas.
After the Mashrou’ Leila concert, at least 75 people were charged with debauchery, the Cairo-based Egyptian Initiative for Personal Rights (EIPR) reported, adding that at least 17 more have been arrested this year during entrapment methods on dating apps and house raids, even during the Coronavirus pandemic.
Sarah was also a committed human rights defenders, even in her exile and while dealing with trauma, she didn’t stop fighting for justice and freedom in Egypt. She is like many, in and outside of Egypt, who continue to fight a regime that has proved its brutal vengeance and absolute disregard for human rights. Today we continue to witness arbitrary arrests, torture, isolation of prisoners from families and legal teams (especially during COVID-19), partial courts, extended prison sentences, forced disappearances, Draconian restrictions on civil society organisations, violent crackdown on freedoms of expression, assembly, and association.
As we mourn a friend and a fellow activist and queer person; we are deeply concerned for the thousands of detainees still in the prisons of Al-Sisi’s regime.
In the middle of all of this, the German government alongside the EU and other European governments continues to provide political cover and economic support to the Al-Sisi regime. Even after the military take-over by Al-Sisi, the German government never swayed in its support of the Egyptian state in the area of "security policies".
In 2017 when Sarah and others got arrested, and due to public pressure, the Free LGBTIQ Egypt campaign in Berlin managed to get the German Federal Foreign Office to cancel German plans to train Egyptian security apparatus on surveillance stating concerns over “some of the knowledge and skills imparted during this training course could potentially be used not only to pursue terrorists but also to persecute other groups of people”. But this wasn’t and is still isn’t enough.
Germany continues to be one of the Egyptian government’s most important international partners, pumping millions of euros into the Egyptian state, either directly through cooperation programs, or through state-sponsored partnerships with German companies like Siemens. Germany shouldn’t be profiting from nor supporting a regime with such a track record of aggravated human rights violations.
The silence over the continuous crimes of the Al-Sisi regime should end, and the active financial and political support should end. the cooperation agreements should end till the regime abides with human rights.
The rights and lives of the people in Egypt, LGBTIQ+ and not, can’t and shouldn’t be a trading card for Germany’s political and economic agendas.
Freedom to political prisoners in Egypt! In loving memory of Sarah Hegazy and all those we lost along the way.

- Text from Free LGBTQ Egypt: Press Release - بيان صحفي - Presse-Entwurf

https://www.disorient.de/blog/memory-sarah-reflections-violence-fear-and-pain

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