FACKELMARSCH DER "IDENTITÄREN" AM KAHLENBERG VERHINDERT! +++ ANTIFASCHISTISCHER PROTEST AUCH IN DER WIENER INNENSTADT

veröffentlicht am 8. September 2019

Am Samstag, 7.9.19, ist es vielen entschlossenen Antifaschist*innen gelungen, den Fackelmarsch der "Identitären" am Kahlenberg zu verhindern.

Seit 2017 versucht die neofaschistische Gruppe dort ein jährliches Ereignis mit internationaler Strahlkraft zu etablieren. Antifaschist*innen blockierten die Zufahrtswege zum Kahlenberg mit Demonstrationen in Wien und Niederösterreich. Ein Durchkommen für die Neofaschist*innen war nicht möglich. Die eigens angemieteten Reisebusse, die als Shuttle-Service dienen sollten, blieben unverrichteter Dinge in der Wiener Innenstadt stehen. Berichten zu Folge wurden sie am Treffpunkt der Rechtsextremen mit Farbbeuteln angegriffen.

Da die rechtsextreme Veranstaltung am Kahlenberg verhindert wurde, verlegten die "Identitären" den Fackelmarsch kurzerhand in die Wiener Innenstadt. Diese Entscheidung wurde wenige Minuten vor Veranstaltungsbeginn öffentlich kommuniziert. Zu groß war scheinbar die Angst, dass auch die antifaschistischen Proteste ihren Weg in die Wiener Innenstadt finden. Deswegen bewegte sich der rechtsextreme Fackelmarsch in Windeseile durch die Innenstadt und endete am Stubentor vorm Denkmal des glühenden Antisemiten Karl Lueger. Schon von Anfang an wurde auch der Marsch in der Innenstadt von antifaschistischen Protest und Sprechchören begleitet. Bei der Abschlusskundgebung schafften es auch noch eine größere Anzahl von Antifas, trotz der spontanen Verlegung, die Neofaschist*innen einzuholen und mit lautstarken Protest zu konfrontieren. Die Polizei setze daraufhin die Spezialeinheit WEGA und Hunde ein, um die Antifaschist*innen auseinander zu treiben und die Rechtsextremen zu schützen. Dieses Vorgehen gegen spontane antifaschistische Versammlungen ist scharf zu kritisieren, auch wenn wir von der Wiener Polizeiführung nichts anderes gewohnt sind.

Abschließend lässt sich sagen, dass der Samstag ein Erfolg für die antifaschistische Linke war. Das Konzept ging vollkommen auf und der rechtsextreme Fackelmarsch konnte nicht am Kahlenberg stattfinden. Dass die Polizei es den "Identitären" ermöglichte, "spontan" eine Ausweichsroute durch die Wiener Innenstadt zu laufen, hat natürlich einen bitteren Beigeschmack. Umso schöner war es, dass sie auch dort nicht ungetört ihre menschenverachtende Propaganda verbreiten konnten. Die Rede von Ursula Stenzel bei der Abschlusskundgebung der Rechtsextremen verdeutlichte noch einmal das enge Verhältnis zwischen FPÖ und "Identitären", auf personeller wie inhaltlicher Ebene. Gelegenheiten nicht nur gegen die "Identitären" auf die Straße zu gehen, sondern auch gegen das sich wieder neu formierende rechte Regierungsprojekt, wird es in nächster Zeit genug geben. Alle zusammen gegen den Faschismus!

Gefunden bei Plattform Radikale Linke

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