No future for police! Antifa und Klimagerechtigkeitsbewegung: Erfahrungen und Strategien zu Repression.

veröffentlicht am 9. Juni 2022

Schwarzer Block oder weiße Anzüge? Abhauen oder kollektiv Einfahren? Gesicht zeigen oder Identität verweigern? Obwohl Aktionsformen und -konsense sich zwischen verschiedenen aktivistischen und autonomen Gruppen unterscheiden, eint die Aktivist*innen insbesondere eins: der regelmäßige Kontakt mit Polizei und Justiz. Manchmal geht es glimpflich aus, häufig aber auch nicht und spätestens bei drohender Gefängnisstrafe merken wir, dass wir vielleicht doch mehr zu verlieren haben, als unsere Angst.

Politischer Aktivismus kommt also auch 2022 nicht an der Auseinandersetzung mit Staat und Staatsgewalt vorbei. Doch wie steht es eigentlich um das Verhältnis der radikalen Linken zum Staat, wenn es um Repression geht?

“Getroffen hat es Eine*n, gemeint sind wir Alle”, “Du bist nicht allein” sind bewegungsübergreifende Slogans, die auf dem Papier alle teilen. Trotzdem müssen wir uns die Frage stellen: Wie kollektiv ist unser Umgang mit Repression? Stimmt unser Anspruch, niemanden allein zu lassen mit der Realität überein? Schaffen wir es, die Sorgen und Ängste Einzelner aufzufangen und uns dennoch nicht einschüchtern zu lassen?

Um einer Beantwortung der Frage näher zu kommen, wie wir unseren kollektiven Umgang mit Repression gestalten können, wollen wir gemeinsam mit Aktivist*innen ins Gespräch kommen und anhand von Repressionsfällen („NoFuture(IAA), Antifa2020, Klimaproteste Urania 2019 bis Lobau“) konkrete Erfahrungen teilen, die Entwicklungen der letzten Jahre analysieren und verschiedene Strategien im Umgang mit Repression diskutieren. Dabei wollen wir auf Unterschiede und Parallelen zwischen Wien und Bayern, sowie zwischen Antifa- und Klimagerechtgkeitsbewegung eingehen.

Blühen in Österreich ähnlich repressive Verschärfungen wie in Bayern? Wie können wir dagegen vorgehen? Welche Repressionen sind angesichts der Erfahrungen aus dem Antifa-Spektrum auch für die Klimagerechtigkeitsbewegung zu erwarten? Was können autonome Kontexte von den Aktionsformen der Klimagerechtigkeitsbewegung lernen? Welche unterschiedlichen Strategien, z.B. Öffentlichkeitsarbeit, Sicherheitskultur und Identitätsverweigerung, wenden beide Bewegungen im Umgang mit Repression an und wo widersprechen oder ergänzen sie sich? Über diese und ähnliche Fragen möchten wir diskutieren.

15.6. - 19.30: Amerlinghaus, Stiftgasse 8, 1070 Wien. Danach wird es die Möglichkeit zum Austausch im informellen Rahmen geben.

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