Es wird immer Kriege geben, solange das Patriarchat existiert: Über Krieg – Patriarchat – Zurichtung- und Männlichkeitskonzepte

veröffentlicht am 19. Mai 2022

Wenn die Hinweise stimmen, steht Russland vor einer Generalmobilmachung. Schon jetzt sterben viele zwangsrekrutierte wehrpflichtige junge Männer. Auf beiden Seiten des Krieges herrschen Propaganda und Desinformation, es existieren nur unzureichende Informationen. Beide Seiten haben kein Interesse, über Deserteure, Zwangsverpflichtete und Wehrpflichtige und deren Nöte zu berichten. Das Militär in der ganzen Welt greift auf Männer, also männlich gelesene und sozialisierte Menschen zurück.
Wir haben mit Erstaunen eine Anschlagserklärung von 1991 auf eine Bundeswehreinrichtung in Deutschland gefunden, die den Zusammenhang von Wehrpflicht, Männlichkeit und Patriarchat untersucht.
Uns hat der Ansatz gefallen, dass die „Demontage des soldatischen Mannes“ ein erster Schritt hin zur Entwaffnung des historischen weißen Mannes werden kann. Und dass dieser Ansatz mit einem Angriff auf Produktionsstätten von toxischer Männlichkeit, den Orten der „patriarchalen Zurichtung“, einhergehen sollte.
Wir dokumentieren die Erklärung mit einer Einleitung.

Es wird immer Kriege geben, solange das Patriarchat existiert:

Über Krieg – Patriarchat – Zurichtung- und Männlichkeitskonzepte

Wenn die Hinweise stimmen, steht Russland vor einer Generalmobilmachung. Das bedeutet, die russische Gesellschaft unter Kriegsrecht zu stellen und offiziell von einer „Spezialoperation“ in einen Krieg einzutreten. Das bedeutet vor allem auch, hunderttausende Reservisten mobilisieren zu können. Weite Teile der russischen männlichen Bevölkerung können in Uniform gesteckt und (re-)militarisiert werden, um als Soldaten in Kampfhandlungen zu landen. Oder Deserteure und Kriegsgegner*innen im eigenen Land zu jagen.

Schon jetzt sterben auf russischer Seite viele zwangsrekrutierte wehrpflichtige junge Männer. Auf der „Moskowa“ waren nach bisherigen Informationen vor allem Wehrpflichtige eingesetzt. Die Berufssoldaten waren auf dem Raketenkreuzer nur in jener Anzahl vorhanden, die gebraucht wurde, um die Rekruten zu überwachen und zu befehlen.
Mütter suchen ihre jungen Söhne und stoßen auf eine Mauer des Schweigens, weil Russland offiziell keine Wehrpflichtigen in die aktuelle „militärische Spezialoperation“ in die Ukraine schickt.
Wer in Russland das Geld und die Beziehungen hat, kann seinen Sohn freikaufen, die Ärmsten landen beim Militär. Selbst viele Männer, die sich dem Militär verpflichten, tun dies aus wirtschaftlicher Not. Der Soldatentod ist für die Armen gedacht.

Auch in der Ukraine ist die Ausreise für die männlich gelesene Bevölkerung im wehrfähigen Alter verboten. Sie müssen bereitstehen, um jederzeit in eine militärische Formation einberufen werden zu können und zu kämpfen, ob sie wollen oder nicht. Transsexuelle, die nicht als Frau* anerkannt sind, dürfen als „Männer“ nicht ausreisen. Mit den schrecklichen Folgen, eingezogen zu werden oder in den Knast zu müssen.
Auf beiden Seiten des Krieges herrschen Propaganda und Desinformation, es existieren nur unzureichende Informationen. Beide Seiten haben kein Interesse, über Deserteure, Zwangsverpflichtete und Wehrpflichtige und deren Nöte zu berichten. So fehlen belastbare Informationen, um an dieser Stelle mehr Aussagen zu treffen. Fest steht, es gibt eine hohe Anzahl ermordeter Soldaten auf beiden Seiten, die über die Zahl 30.000 geht, darunter eine hohe Anzahl ermordeter russischer Rekruten.

Willkommen im Patriarchat. Das Militär in der ganzen Welt greift auf Männer, also männlich gelesene und sozialisierte Menschen zurück, auch wenn in einigen Armeen Frauen dienen dürfen oder müssen.
Es ist sicherlich nicht verkehrt, sich zu vergegenwärtigen: Die Wehrpflicht ist in Deutschland nur ausgesetzt! Wer die Tabubrüche auf allen Seiten der Kriegsparteien einschließlich der deutschen Regierung und der Nato in den letzten Monate verfolgt hat, sollte sich auch hinsichtlich der Aussetzung der Wehrpflicht nicht auf der sicheren Seite sehen. Nicht umsonst hat der rechte Rand zu Beginn des Angriffs Russlands auf die Ukraine einen Testballon steigen lassen und die Wiedereinführung der Wehrpflicht gefordert. Während die Rechten in Deutschland die Aktivierung der Wehrpflicht mit männlich gelesenen Menschen koppeln, würden die Grünen noch eins oben drauf setzen und um der Gleichberechtigung willen eine Wehrpflicht für Frauen* und Männer* einführen. Doch noch macht es die schwere Haubitze, die, gleich einem Phallus, ausgeliefert wird um noch mehr Menschen zu zerfetzen.

Wir haben mit Erstaunen eine Anschlagserklärung von 1991 auf eine Bundeswehreinrichtung in einem Buch gefunden, die den Zusammenhang von Wehrpflicht, Männlichkeit und Patriarchat untersucht. Laut Chronik in dem Buch brechen die „Flammenden Herzen“ 1994 in eine weitere Bundeswehreinrichtung ein und legen Feuer, stehlen Akten und verschicken Briefe an Wehrpflichtige. Wir halten viele Aussagen der Erklärung von 1991 selbst nach 30 Jahren noch für aktuell, auch wenn zu jener Zeit noch keine gendergerechte Sprache entwickelt war.

Wenn wir „Männer“ und „Frauen“ in dieser Erklärung der „Flammenden Herzen“ lesen, dann als einen politischen Begriff, mit dem eine patriarchale Zuschreibung von Menschen in Männer oder Frauen und deren zugeschriebenen Rollen ausgedrückt wird. Viele Teile scheinen uns hochaktuell und sollten Niederschlag in gegenwärtigen Diskursen finden. Bemerkenswert ist die Analyse von Militär und Herstellung von „Männlichkeit“. Um zu verstehen, wieso toxische Männlichkeit Bedingung ist, um auf andere zu schießen, warum Männer vergewaltigen oder bereit sind für eine „Sache“ in den Tod zu marschieren, ist diese Anschlagserklärung hilfreich. Uns hat der Ansatz gefallen, dass die „Demontage des soldatischen Mannes“ ein erster Schritt hin zur Entwaffnung des historischen weißen Mannes werden kann. Und dass dieser Ansatz mit einem Angriff auf Produktionsstätten von toxischer Männlichkeit, den Orten der „patriarchalen Zurichtung“, einhergehen sollte.

Es ist anzumerken, dass es einen militanten Widerstand von Männern gegen das Patriarchat nachweislich kaum in der militanten Geschichte der deutschen Linken gegeben hat und dass die Initiative der „Flammenden Herzen“ im Kontext der Zeit zu lesen ist (Irakkrieg, Deserteure, Totalverweigerungsinitiativen, militanter Frauenwiderstand/„Roten Zora“, versuchte Sprengung der Siegessäule in Berlin durch die „Revolutionären Zellen“, weltweite antikoloniale und antirassistischer Kämpfe/Südafrika, Fluchtbewegungen etc.). Wir dokumentieren den Text als Ganzes.

Dieser Text ist dem Buch „Herzschläge – Gespräch mit Ex-Militanten der Revolutionären Zellen“ entnommen, das wir insgesamt empfehlenswert finden, weil es historische Erfahrungen angenehm transparent in ihrer Qualität und Widersprüchlichkeit beleuchtet.

Revolutionäre Leseratten

Dokumentation Flammende Herzen

Heute 24.2.1991 haben wir eine Bombe am Kreiswehrersatzamt Oldenburg gezündet!!

Antipatriarchaler Widerstand gegen den deutschen Nationalchauvinismus und Rassismus und den Krieg am Golf !
Kampf jeglicher patriarchalen Zurichtung in der Bundeswehr und Anderswo !!

Die Herrschenden dieser Welt eint der Drang ihre Machtbereiche zu sichern und auszubauen. Ob die BRD deutsche Soldaten an den Golf verlegt oder ob die Menschen dort an deutschen Waffen krepieren, ob die deutsche Wirtschaft den Feldzug mit der harten D-Mark gen Osten vollenden will oder ob die nato und usa als Sheriff am Golf vorgeben, in unserem Interesse zu handeln, ob der lange lange Zeit vom Westen gestützte Irak kurzerhand Kuwait einkassiert…es ist die Herrschaft des Patriarchats, welche gebrochen werden muss !!

Es wird immer Kriege geben, solange das Patriarchat existiert, auch wenn sie sagen, es sei Frieden !!!

Dass jeder Mann Teil der weltweiten Herrschaft des Patriarchats ausdrückt, wird von Männern ignoriert. Auf die Existenz von Frauenwiderstand haben Männer aller Schattierungen mit Ignoranz, Hilflosigkeit, Lamorjanz, Abwehrkämpfen und Vereinnahmungen reagiert.

Wir wollen uns der verinnerlichten Rolle als herrschender Mann verweigern und einen eigenständigen Kampf gegen Staat und Patriarchat diskutieren und entwickeln.
Unsere Rollenfestlegung, Männerherrschaft zu tragen, manifestieren und auszuüben, ist verbunden mit Privilegien gegenüber weißen Frauen, und farbigen Frauen und Männern. Sie ist verknüpft mit der Disziplinierung und Zurichtung unseres Geschlechts an vielen Orten und Institutionen.
Indem wir einen Begriff der eigenen Zerstörtheit und Deformation bekommen und unsere gesamte Wut auf die Ursachen richten, wird es möglich, einen antipatriarchalen Widerstand zu entwickeln. Widerstand erscheint uns dort sinnvoll, wo Männer entsprechend ihrer gesellschaftlichen Rolle zugerichtet werden. Diese Orte und Institutionen der Zurichtung zu erkennen und zu bekämpfen, uns und anderen bewusst zu machen, was dort mit uns passiert, halten wir für die Aufgabe von Männern und Schwulen, die mit der Eingebundenheit in die patriarchale Herrschaft brechen wollen. Ziel eines solchen Widerstandes ist die Verweigerung von Mitarbeit an und in den Orten und Institutionen patriarchaler Gewaltherrschaft und der aktive Kampf gegen die Strukturen und Träger dieser „Ordnung“!!

Dabei muss der Bezugspunkt für Männer und Schwule der revolutionäre Frauen/Lesbenwiderstand sein und werden!
Der Kampf um eine herrschaftsfreie Gesellschaft hat sich an der Befreiung der Frauen und Farbigen weltweit zu orientieren!

Die Institution Armee
Armeen sind die weltweit größten Männerzuchtanstalten und Männerbünde. Sie sind Teil der Aufrechterhaltung patriarchaler Herrschaft. Männern wird dort ein Wissen weitergegeben, welches in der Geschichte des Patriarchats angehäuft wurde, damit Männer den Fortbestand der Gewaltherrschaft sichern. Das diese Armeen verschiedener Nationen in einem Konkurrenzverhältnis stehen und sich immer wieder bekriegen, ist kein Widerspruch sondern patriarchale Logik. Dieses Beschützerprinzip, das in Abgrenzung zu anderen patriarchalen Systemen vorgibt, mit Staat und Armee das „Volk“ zu beschützen ( wie der Ehemann die im „zugestellte“ Ehefrau), ist nur ein Vorwand Herrschaft nach innen ausüben und zu sicher und auszubauen !

Zurichtung am Beispiel der „Schule der Nation“
Mit 17 Jahren flattert uns der erste Bescheid des Kreiswehrersatzamtes in‘s Haus, um uns mitzuteilen, dass wir mit Kopf und Herz dem „Vaterland“ gehören sollen.
Ein kurzer Ausflug in die Geschichte zeigt, das die Wehrerfassung und das stehende Heer auf den preußischen Herrscher, Friedrich den Großen; zurückgeht. 1792 wurden bereits alle männlichen Kinder wehrerfasst! Die Wehrpflicht wurde 1814 in Preußen eingeführt.
Die unter zwang gehaltenen Bauern waren als Soldaten nur schwer bei der Fahne ihrer todbringenden Regimenter zu halten. Tausende türmten bei jeder nur erdenklichen Möglichkeit. Oder drehten im Gefecht die Waffen gegen die befehlenden Offiziere um sich Vorteile bei der Flucht im Schlachtgetümmel zu verschaffen.
Um die Bauern zu Soldaten machen zu können, wurde ihnen die Angst vor Befehlsverweigerung, Desertion und Selbstverstümmelung eingeprügelt. Spießrutenlaufen war nie bloße Willkür, sondern Züchtigungsmittel und Abschreckung, damit die zu soldatischen Männern geprügelten im verlässlichen Gleichschritt die Fahnentreue hielten.
Mit kurzen Unterbrechungen der Wehrpflicht, welche zuletzt durch den kalten Krieger K. Adenauer 1957 wieder eingeführt wurde, werden bis zum heutigen Tag an die ½ Millionen (BRD-)Männer jährlich im Alter von ca. 17 Jahren durch die Ordnungsämter und Melderämter vorerfasst und den Kreiswehrersatzämter überstellt. Hinzu kommen nun auch die Männer der wiedereinverleibten DDR.
Die Erfassung und Musterung ist total, denn an dieser Instanz führt für Männer kein Weg vorbei! Der Besitzanspruch des Staates an einen jeden von uns wird in der vollen Schärfe dann sicht- und spürbar, wenn es um die Auswahl der Körper auf Tauglichkeit als weißer Krieger geht. Verkrüppelte, Behinderte und körperlich schwache Männer werden ausgesiebt und als „untauglich“ und somit „unmännlich“ und „unbrauchbar“ ausgemustert. „Männlichkeit“ wird im Patriarchat unter anderem in körperlicher Kraft, „Potenz“ und Leistungsfähigkeit gemessen. Wer dem Zwang nicht nachkommen kann oder will ist kein „richtiger“ Mann.

Kommt der Mann in die Kaserne, wird ihm der Privatbereich entzogen. Selbst seine Kleidung wird gegen die Uniform eingetauscht. Dort treten sie nicht nur an ihn heran, sondern in ihn herein. So erfährt der Mann eine für ihn bestimmte Zurichtung, die über die Leistungsgrenzen hinaus geht. Diese Überschreitung der Grenzen werden bis zur Besinnungslosigkeit praktiziert.
Den Druck, die Entmenschlichung und Entwürdigung, in der allgemeinen Ausbildung zum soldatischen Mann vordergründig ertragen zu können, gilt als „mannhaft“ und ist somit positiv besetzt. Dieses Ertragen ist jedoch nur die Fassade, hinter der der unerbittliche Kampf gegen die eigenen Schwächen und alles „unmännlichen“ geführt wird! Die Verinnerlichung dieser kaputten Selbstdiziplinierung und Unterwerfung funktioniert bei auch noch so weit unten stehenden weißen Männern in der Gesellschaft darüber, dass ihnen Macht über Frauen und Farbigen zugestanden wird, Herr über die eigene Person und Schwachheit zu sein. Mit anderen Worten: Die männlichen weißen „Sklaven“ akzeptieren die Existenz von Hierarchisierung und patriarchalen Gewaltstrukturen insofern, als dass sie selbst Herr sein wollen oder können!
Diese Akzeptanz macht jeden Mann zum permanenten Täter !

Die Disziplinierung der Männer mündet nicht nur in der Gewalt gegen Frauen

Mit der Zurichtung zum herrschenden Mann werden Männer kumpelhaft und kameradschaftliche Verkehrs- und Kommunikationsformen aufgezwungen und ihnen wird von früh auf beigebracht, dass es sich dabei um wahre Männerfreundschaft handele.
Zu diesem Verhalten gehört sowohl der distanziert geregelte Umgang der Männer miteinander, als auch der gewalttätige Umgang mit Frauen. Die Übertretung und Abweichungen von der (zwangsheterosexuellen) Umgangsforme(l)n werden von der Männergesellschaft verschiedentlich sanktioniert und geächtet. Selbst der beste Freund wird in Gestalt des Kumpels und Kameraden zum Kontrolleur dieser erbärmlichen Zustände. Nur die kumpelhaften Umgangsformen und der Selbsthass ermöglichen Männern, bzw. herrschenden Institutionen den Zugriff auf die Köpfe „abtrünniger“ Männer, um diese ständig einfangen zu können und für das System der Herrschaft funktionalisieren zu können. Zurichtung zielt nicht nur auf die zwanghafte Unterwerfung von Frauen, Kindern und Farbigen durch den weißen Mann, sondern verunmöglicht auch Männerliebe und Freundschaften durch die Vorgaben und gegenseitigen Disziplinierungen wie ein Mann zu sein hat. Darüber wird unsere Fähigkeit zur Liebe zerstört, sowohl zu Frauen wie Männern, wie zu uns selbst.

Zurichtung ist die Zerstörung eigener Persönlichkeit und Unterwerfung unter die Herrschaft des Patriarchats um unter dieser wieder in Gleichförmigkeit neu zusammengesetzt zu werden. Für unsere gebrochene Identität als Individuen wird uns die Ideologie von Männerherrschaft (z.B. in Form von Patriotismus) an die Hand gegeben. Die Unterwerfung unter die Hierarchie findet ihren Ausgleich in der Unterwerfung von Frauen, AusländerInnen und anderen vermeintlich schwächeren Menschen und Gesellschaftsgruppen. Anstelle von Freundschaften und Zärtlichkeit steht der Kumpel, der Kamerad. Wenn Männer ihre Beziehungen nicht untereinander in Frage stellen, wird der Befreiungskampf zu hohlen Phrase, weil er an den eigenen Widersprüchen zerschellen wird!!

Die Erfassungsstellen in den Kreiswehrersatzämtern erschließen täglich ein neues Potential an zukünftigen Staatsdienern in und ohne sichtbare Uniform. Sie organisieren auch die Verteilung auf die einzelnen Orte der Männerdisziplinierungsanstalten. Somit wird die erste Vorarbeit für den vorerst letzten Schliff geleistet. Auch wenn dieses Stadium des letzten Schliff‘s nicht mehr von allen Männern durchlaufen werden muss und wir als ziviles Heer an der „sozialen Front“ unseren unterbezahlten Zwangsdienst ableisten „dürfen“, hat sich im Kern männlicher Zurichtung nichts verändert. Im Gegenteil!
Unsere Zurichtung und Konditionierung auf unsere herrschende Rolle beginnt bereits mit dem Schnuller im Mund, und setzt sich über Schule/Lehre/Arbeit und Studium fort. Spießrutenlauf als Disziplinierungsmaßnahme gegen sich verweigernde Männer ist darum heutzutage nicht mehr notwendig, weil die Männer ihre Lektion bereits gelernt haben. Hinzu kommt, dass ein Teil von militärisch auf Befehl und Gehorsam gedrillter Männer ausreicht, damit diese auch nach der Entlassung den patriarchalen Alltag wissentlich oder unbewusst weiter prägen und gestalten.
Sowohl der einfache Soldat als auch der Offizier werden keine Mühe haben, den ihnen zugewiesenen Platz als Arbeiter und Vorgesetzter so auszufüllen wie die „Schule der Nation“ es ihnen beibrachte. Über jeden Mann bleibt der Einfluss in allen gesellschaftlichen Bereichen erhalten.
Firmen, Konzerne, Parlamente, Ämter; Verwaltungen, Justiz und Bullerei, sie alle eint die gleiche Struktur wie der hierarchische Aufbau und der formalgeregelte Umgang beim Militär.
Der soldatische Mann, hart gegen andere und sich, wo immer auch zugerichtet, ist gesellschaftliches Leitbild. An diesem Leitbild vom Täter und Herrscher verlaufen die Orientierungen von Jungen und Männern!
Die Demontage des soldatischen Mannes kann ein erster Schritt in der Entwaffnung des historischen weißen Mannes werden!
Schwächt Militär ideologisch und materiell!
Sabotiert den Krieg am Golf!
Propagiert die Desertion! Besetzt Kreiswehrersatzämter !
Verweigert Euch der patriarchalen Gefolgschaft Total!
Bekämpfen wir die patriarchale Zurichtung an jeden Ort, zerreißen wir unsere innere Uniformierungen, verweigern wir jede Teilhabe an der patriarchalen Macht. Und brechen wir ständig und kollektiv im Alltag mit der Männerkumpanei gegen Frauen und Farbige!!

ENTZÜNDEN WIR UNSERE HERZEN MIT DER SEHNSUCHT NACH FREIHEIT UND BRENNEN WIR DIE ORTE UNSERER PATRIARCHALEN ZURICHTUNG NIEDER !!!

FLAMMENDE HERZEN

Anmerkung der Moderation

Es wird im ersten Absatz "Männer, also männlich gelesene und sozialisierte Menschen" geschrieben. Um genau zu sein, ist von Personen die Rede, die in staatlichen Papieren als "männlich" eingetragen sind, unabhängig davon, wie sie gelesen werden oder sozialisiert sind.

Das Wort "Transsexuell" scheint in Bezug auf Transfeindlichkeit in Staat, Gesellschaft und Sprache hier unpassend, und wollten drauf hinweisen, dass im dem Absatz eher von trans Frauen und nichtbinären Personen die Rede hätte sein können.

Weil Wörter und Begriffe sich laufend ändern, für das Ziel eine deutliche und möglichst diskriminierungsfreie Sprache zu schreiben und zu sprechen - solidarisch mit den Schreibenden und Lesenden!

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