Corona: Wir bleiben solidarisch!

veröffentlicht am 24. März 2020

– mit alten Menschen, Menschen mit (Lungen-) Vorerkrankungen oder Immunschwäche,
für die COVID-19 besonders gefährlich ist.
– mit allen Menschen, die durch die jetzige Situation an ihrem Arbeitsplatz massiv unter Druck geraten (z.B.
Überstunden).
– mit Menschen, die durch (drohende) Entlassung in einer finanziellen Notlage landen.
– mit allen Menschen, die neben ihrer Arbeit die Betreuung von Kindern und alten oder kranken Familienangehörigen auf sich nehmen müssen (Das trifft meistens Frauen).
– mit allen, denen aufgrund von Armut und/oder Obdachlosigkeit medizinische Versorgung verwehrt wird.
– mit allen, die jetzt vermehrt rassistischen Übergriffen ausgesetzt sind.
– mit allen Migrant_innen, die unter unmenschlichsten Bedingungen an den EU-Außengrenzen festsitzen und somit von medizinischer Versorgung ausgeschlossen werden.

Und diese Solidarität fordern wir auch von unseren Mitmenschen ein! Die Corona-Krise verschärft soziale Ungleichheit, die auch vorher schon da war. Das liegt daran, dass wir im Kapitalismus (=Marktwirtschaft) leben. Im Kapitalismus werden Waren nur dann produziert, wenn es Menschen gibt, die sich diese Waren leisten können. Das kann gerade im Gesundheitsbereich fatale Auswirkungen haben. Wir wollen eine Gesellschaft, in der Güter nach den Bedürfnissen der Menschen produziert werden und nicht um Geld damit zu machen.

Auch staatliche Pflegeeinrichtungen funktionieren wie Wirtschaftsbetriebe. Deswegen werden nur zahlungskräftige Pflegefälle versorgt, wodurch ein großer Teil der Pflegearbeit von Angehörigen übernommen werden muss. Aufgrund sexistischer Geschlechterrollen bleibt diese Arbeit meist an Frauen hängen. Die ungleichen Geschlechterverhältnisse führen auch oft zu Gewalt von Männern gegen Frauen. Wir befürchten, dass sich diese Gewalt durch die Ausgangssperre noch verschlimmert, weil sich Menschen in ohnehin angespannten Beziehungen nicht mehr aus dem Weg gehen können. Die von der Gewalt Betroffenen haben durch die Ausgangssperre kaum Möglichkeiten, sich Hilfe zu holen. 1 Wir finden es untragbar, dass einerseits eine Ausgangssperre verhängt wird, andererseits viele Menschen weiterhin in nicht notwendigen Jobs weiterarbeiten müssen, um die Profite ihrer Chefitäten und damit das nationale Wirtschaftswachstum nicht zu gefährden. Das ist reine Heuchelei!

Am Coronavirus ist niemand schuld, die Politik kapitalistischer Nationalstaaten hat aber seine Ausbreitung begünstigt und effektive Gegenmaßnahmen (wie etwa die gemeinsame Entwicklung eines Impfstoffes) behindert. Wir werden entschieden gegen all die rassistischen Arschlöcher kämpfen, die wieder einmal „den Ausländern“ die Schuld geben und unsere Mitmenschen abwerten und angreifen. Der Rassismus zeigt auch in der knallharten Abschottungspolitik der EU seine hässliche Fratze. An den EU-Außengrenzen in Griechenland werden aktuell zehntausende Menschen mit beschissener medizinischer Versorgung festgehalten. Dass der Coronavirus auch in den Lagern dort ausbricht, ist nur eine Frage der Zeit.

Unser Fazit: Die Verhältnisse waren schon immer beschissen, die Corona-Krise bringt die ganze Scheiße erst recht zum Dampfen. Es liegt an uns Ausgebeuteten, gemeinsam und solidarisch ein besseres Leben für alle zu erkämpfen.

Einige Salzburger Anarchist_innen

1 Frauennotruf Salzburg: 0662 88 11 00
Frauenhaus Salzburg: 0662 458 458
Gewaltschutzzentrum Salzburg: 0662 870 100

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